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Wer in Hamburg einem Polizisten oder einer Polizistin begegnen will, muss nicht lange überlegen: An der Hafenstraße im Viertel St. Pauli patroullieren sie, halten Ausschau nach Menschen, die Drogen kaufen oder verkaufen. 

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Ein Stück Hamburger Geschichte. #hafenstrasse

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Dass hier Kontrollen stattfinden, weiß eigentlich fast jede Hamburgerin und jeder Hamburger. Die Polizei richtete 2016 Schwerpunktkontrollen ein, mit gelber Weste stehen die Beamten seitdem dort. Mehr als 65.000 Menschen wurden bereits angehalten und durchsucht.

Kann man ja mal vergessen, oder?

Wir wissen nicht, ober der 47-Jährige Polizeiausbilder das lediglich vergessen hatte oder aus irgendwelchen anderen Gründen unzurechnungsfähig war, als er am Mittwochmorgen zur Treppe an der Hafenstraße ging. Der Hauptkommissar besorgte sich an diesem Morgen offenbar vier Beutel Marihuana. Zivilfahnder beobachteten ihn beim Kauf der Droge, so berichtet es das Hamburger Abendblatt. Kurz verfolgten sie ihn noch, dann griffen sie zu – und erkannten ihn wieder.

Denn wenn er nicht gerade auf St. Pauli unterwegs ist, unterrrichtet der Mann an der Polizeiakademie junge Polizistinnen und Polizisten. Er müsste also eigentlich in der Lage sein, einen Zivilfahnder zu erkennen. Oder zumindest wissen, wo die Polizei in Hamburg wirklich jeden Tag steht, um Drogendealer zu verjagen. Laut "Abendblatt" sorgte die Festnahme des Ausbilders dann auch innerhalb der Hamburger Polizei für Verwunderung.

Wie geht es mit dem Ausbilder weiter?

Eine Rückkehr an die Polizeiakademie ist unter diesen Bedingungen natürlich schwer vorstellbar. Da der Ausbilder den Drogenkauf nicht leugnete, steht auch schon fest, wie es mit ihm weitergeht: Er wurde versetzt, darf keine Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter mehr unterrichten. Ihm droht außerdem ein Straf- und ein Disziplinarverfahren. berichtet das Hamburger Abendblatt

Die Chancen stehen ganz gut, dass er dennoch Polizist bleiben darf. Laut der Zeitung müsste der Richter eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verhängen, damit der Mann aus dem Beamtenverhältnis entlassen werden könnte. Zumindest das erscheint eher unwahrschienlich.


Today

Ferkel müssten bei der Kastration nicht mehr leiden
Künftig haben Landwirte die Wahl

Für die umstrittene Kastration von Ferkeln sollen Bauern in Deutschland künftig ein Narkosemittel nutzen können. Dies teilte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) mit. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatte dem Arzneimittel Isofluran Baxter zur Inhalationsnarkose für Hunde, Katzen, Pferde und Schweine am 19. November die Zulassung erteilt.

Eigentlich wollte sich die Große Koalition noch etwas Zeit lassen.

Erst Anfang November hatten sich die Spitzen der Großen Koalition in Berlin darauf geeinigt, die betäubungslose Kastration von Ferkeln weitere zwei Jahre zu erlauben. Ursprünglich war geplant, die schmerzhafte Praxis nach einer Übergangsphase von fünf Jahren zum 1. Januar 2019 endgültig zu verbieten.

Ein wichtiges Argument, mit dem Landwirte, Vertreter des Deutschen Bauerverbands und Teile der Politik erfolgreich für eine Verlängerung der Ausnahmeregeln geworben hatten, war das Fehlen einer marktgängigen und praktikablen Alternative zur betäubungslosen Kastration. Alternative Verfahren würden bislang von Handel und Verbrauchern nicht akzeptiert und erforderliche Tierarzneimittel seien noch nicht zugelassen. Letzteres ändert sich durch die Zulassung von Isofluran nun.

Klöckner kündigt zeitnahe Verordnung an.

"Ich freue mich, dass eine weitere Entwicklung gelungen ist, um die deutschen Ferkelerzeuger im Sinne des Tierschutzes zu unterstützen und um im Wettbewerb mit Erzeugern in anderen Ländern bestehen zu können", sagte Klöckner. Nun stehe eine Option zur Verfügung, mit der man der Anforderung an eine schmerzfreie Kastration nachkommen könne, für die Anwendung werde Klöckner "zeitnah" eine Verordnung vorlegen.

In Deutschland werden jedes Jahr etwa 20 Millionen männliche Ferkel wenige Tage nach der Geburt ohne Betäubung kastriert. Diese Methode soll vermeiden, dass Fleisch von Ebern einen strengen Geruch und Beigeschmack bekommt.

Kritik an Landwirten.

Kritiker bemängeln, die Landwirte hätten die mehrjährige Übergangszeit nicht ausreichend genutzt, um Alternativen zum betäubungslosen Abtrennen der Hoden auf den Weg zu bringen und sperrten sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen gegen Alternativverfahren, die bereits heute zur Verfügung stünden.

Dazu zähle etwa die sogenannte Immunokastration. Der Prozess ähnelt einer Impfung und soll den Ebergeruch zuverlässig verhindern. In anderen Ländern, wie etwa der Schweiz und Schweden, ist eine Narkose der Tiere schon heute vorgeschrieben, die Kosten belaufen sich auf etwa fünf Euro.

Mit Material von dpa. Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.