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Neue Räder für 69 Euro: So enden Tausende Leihräder nach der "Obike"-Pleite

Was mit den Fahrrädern nun passiert – in drei Punkten.

Fast ein Jahr lang standen 10.000 neue Fahrräder in einer Lagerhalle vor den Toren Hamburgs. Der Grund: Der Start des Leihrad-Anbieters "Obike" in mehreren deutschen Städten war gescheitert. Im Juli meldete der Fahrradverleih aus Singapur Insolvenz an (bento). Nun muss der Besitzer der Lagerhalle die Räder loswerden.

"Obike" hatte für den geplanten Start in Hamburg die Fahrräder mit Containern in die Stadt gebracht, sie sollten eigentlich nur für kurze Zeit in der Lagerhalle von Harald Ploß landen. Bis Ende August will er die Fahrräder jetzt aus seiner Halle haben. (Hamburger Abendblatt)

  • Zwischenzeitlich gehörten die Fahrräder der Schweizer Firma "Umzug24". Mittlerweile habe der Unternehmer Osman Tazik sie erworben, sagte Ploß. 6000 von ihnen habe er an einen norwegischen Kunden weiterverkauft. 
  • 200 der Fahrräder darf Ploß nach eigenen Angaben behalten – sie will er an Flüchtlingsunterkünfte verteilen. 50 von ihnen gehen an eine Erstaufnahmeeinrichtung in Schkeuditz in der Nähe von Leipzig. Wer die anderen 150 Räder bekommt, steht noch nicht fest. 
  • Die restlichen 3800 Fahrräder stehen noch zum Verkauf – für 69 Euro pro Stück.

Direkt vor der Halle in der Stemwarder Landstraße 15 in Barsbüttel werden die Räder jetzt für wenig Geld angeboten. Bis zum 31. August soll die Halle leer sein. "Im Notfall mache ich es selber", sagt der Hallen-Besitzer.

Mitte 2017 versuchte Obike, im deutschen Markt Fuß zu fassen – vergeblich. Neben den Fahrrädern bei Hamburg bleiben 20.000 weitere Leihräder in ganz Deutschland und den Niederlanden zurück. Und wer Harald Ploß die Kosten erstattet, die für den Verbleib der Räder in seiner Lagerhalle entstanden, ist noch unklar. Als feststand, dass Obike der Start in Hamburg nicht gelingen würde, war das Unternehmen für ihn nach eigener Aussage nicht mehr erreichbar.

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