Bild: Christophe Gateau/dpa
Zwei Fragen, zwei Antworten

Der Energiekonzern RWE hält weiter an seinen Plänen fest und will den Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen roden – trotz eines Todesfalls. Am Mittwoch war dort ein 27 Jahre alter Reporter aus Leverkusen gestorben, nachdem er von einer Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern gestürzt war. 

Was sagt RWE zum weiteren Vorgehen?

Bereits seit gut einer Woche versuchen Polizisten den Hambacher Forst zu räumen. Seit mehreren Jahren besetzen Aktivisten den Wald, um die Rodung eines Waldteils und die Braunkohleförderung zu verhindern.

Bis Mittwoch waren nach Polizei-Angaben 39 von 51 Baumhäusern geräumt worden. 

Am Donnerstag war RWE-Chef Rolf Martin Schmitz in der Talkshow "Maybritt Illner" zu Gast. Dort sagte er:

Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion. Und ich bin tief betroffen, dass für eine solche Illusion, für ein solches Symbol gestern ein Mensch gestorben ist.
Rolf Martin Schmitz, RWE

Dass es dem Konzern weniger um Umweltschutz und stattdessen um Profit geht, ist klar. Auch in der Talkshow betonte Schmitz nochmals, dass er den Wald abholzen will.

Ein Verzicht auf die Rodung würde RWE einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag kosten, so Schmitz: "Ein Stillstand des Hambacher Forstes ad hoc würde etwa vier bis fünf Milliarden Euro bedeuten."

Dabei geht es laut Schmitz nicht nur um entgangene Braunkohle. Es müssten auch mit hohem Aufwand sogenannte Abraummengen herbeigeschafft werden, um den Rand des Braunkohletagebaus zu stabilisieren. 

Was sagen die Aktivisten im Hambacher Forst?

  • Die Aktivisten und Aktivistinnen wollen nicht aufgeben. Eine Sprecherin der Waldbesetzer lehnte die freiwillige Räumung ab. Wenn die Polizei den Einsatz weiter fortführe, werde man sie weiter behindern, kündigte sie an. Der "Irrsinn dieses Einsatzes" müsse aufhören.
  • Greenpeace hatte eine für Donnerstag angekündigte Pressekonferenz zum Hambacher Forst in Berlin abgesagt. "Wir wollen nicht wenige Stunden nach dieser Tragödie zum Tagesgeschäft übergehen", begründete die Umweltschutzorganisation den Schritt. 

Mit Material von dpa


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