Bild: Christophe Gateau/dpa

Was ist passiert?

Während der großen Räumungsaktion im Hambacher Forst ist ein Journalist abgestürzt und wurde dabei tödlich verletzt. Der Mann war durch eine Hängebrücke gebrochen und etwa 15 Meter in die Tiefe gestürzt. 

Die Räumung im Hambacher Forst wurde "bis auf weiteres" unterbrochen. "Wir können jetzt nicht einfach so weitermachen", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul.

Bei dem Toten handele sich um einen jungen Journalisten, der seit längerem das Leben der Aktivisten in den Baumhäusern dokumentierte. Rettungs- und Polizeikräfte hätten Erste Hilfe geleistet, den Mann aber nicht mehr retten können. Der Polizeisprecher betonte: Zur Zeit des Unglücks "fanden keine polizeilichen Maßnahmen in der Nähe der Unglücksstelle und am genannten Baumhaus statt". 

In einem Statement der Aktivisten wird das Gegenteil behauptet: 
"Zu dem Zeitpunkt wurde von Polizei und RWE versucht das Baumhausdorf zu räumen. Das SEK war gerade dabei einen Aktivisten in der Nähe der Hängebrücke festzunehmen. Der Mensch war anscheinend auf dem Weg dorthin, als er stürzte." (hambacherforst.org)

Die Aktivisten hatten die Polizei und RWE am Abend aufgefordert, den Wald zu verlassen und die Räumung zu unterbrechen. "Es dürfen keine weiteren Menschenleben gefährdert werden", heißt es in dem Statement.

Was geschieht gerade im Hambacher Forst?

Seit einer Woche sind die Behörden mit einem massiven Polizeiaufgebot dabei, die Baumhäuser der Umweltaktivisten zu räumen und abzubauen. Bis zum Mittwoch waren nach Angaben der Polizei 39 von 51 Baumhäusern geräumt.

Die Waldbesetzer protestieren gegen das Vorhaben von RWE, weite Teile des Forstes abzuholzen. Es soll dort Braunkohle gebaggert werden. Der Wald gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle und die damit verbundene Klimabelastung. In bis zu 25 Metern Höhe haben Aktivisten Baumhäuser errichtet und halten den Wald damit seit sechs Jahren besetzt.  

Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Forsts unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Gegner der Rodung argumentieren, der Wald habe eine 12.000 Jahre lange Geschichte. Es gebe dort Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus. Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein. 

Mit Material von dpa


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