"Das ist Trumps Amerika!" – Nein, ist es nicht!

Als der New Yorker Anwalt Gregory Locke am Samstagabend in die U-Bahn stieg, war etwas anders als sonst. Jedes Fenster des Zuges der Linie Manhattan 1 war mit Hakenkreuzen beschmiert. Darunter gruselige Sätze wie: "Juden gehören in den Ofen".

"Das Abteil war still, alle starrten einander an", schrieb Gregory auf seiner Facebook-Seite. Unangenehmes Schweigen, niemand wusste, was sie tun sollen.

Dann sei plötzlich ein Mann aufgestanden, schreibt Gregory. Und er holte seine Mitfahrer aus ihrer Lähmung: "Wir brauchen Alkohol", habe er gesagt. Denn: Dieser wirkt wie ein Lösungsmittel gegen Filzstifte.

Plötzlich kramten alle in ihren Taschen und suchten nach dem typischen Großstadt-Accessoire: Hand-Desinfektionsmittel. Alle gingen sofort an die Arbeit, kramten Taschentücher hervor und fingen an, die Scheiben von ihren widerlichen Botschaften zu reinigen.

Diese Bilder zeigen die spontane, gemeinsame Aktion:

"Innerhalb von zwei Minuten waren alle Nazisymbole weg", schreibt Gregory. Trotzdem sei er erschüttert, solche Symbole und Sätze in einer Stadt wie New York im Jahr 2017 erleben zu müssen.

"Das ist Trumps Amerika", habe einer der Fahrgäste gesagt.

Aber genau das sei es eben nicht, so Gregory. "Not tonight and not ever." Und nicht, wenn die Menschen so wunderbar zusammenhalten wie an diesem Abend.

Doch die Schmierereien sind leider kein Einzelfall.

Am selben Tag hat ein Unbekannter in Chicago die Scheibe einer Synagoge zerschlagen und Hakenkreuz-Sticker auf das Glas geklebt (CNN). Auf dem Campus der Universität Houston in Texas haben ebenfalls Unbekannte Hakenkreuze und unlesbare Wörter auf eine Statue gesprüht.

Die Taten fanden nur wenige Tag nach Trumps umstrittenem Statement zum Holocaust-Gedenktag statt, in dem er vergaß, Juden zu erwähnen (SPIEGEL ONLINE).

Auch diese Themen sorgen in den USA für Furore

Der Vandalismus löst in den USA Unverständnis und Entsetzen aus. Die zuständigen Behörden nehmen die Fälle sehr ernst.

Hillary Clintons Tochter Chelsea Clinton schrieb am Sonntag zu dem Vorfall in New York: "Wir werden den Hass nicht siegen lassen."

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Gerechtigkeit

Richter bleiben hart: Trumps Team scheitert mit Berufung zum "Muslim Ban"

Die US-Regierung um Donald Trump ist mit ihrem "Muslim Ban" vor Gericht gescheitert. Ein Bundesrichter hatte das Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern am Freitag als verfassungsfeindlich gekippt. Trumps Team wollte gegen das Urteil in Berufung gehen, also es nicht anerkennen (bento).

Mit diesem Einspruch ist die Regierung nun gescheitert. Das zuständige Berufungsgericht in San Francisco entschied am Sonntag, dass die Aussetzung des Dekrets weiter Bestand hat. Oder einfacher ausgedrückt: Der "Muslim Ban" ist gescheitert.