Die sieben wichtigsten Ergebnisse der neuen Kriminalstatistik.

Familienministerin Franziska Giffey hat in Berlin die Statistik zu Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamts vorgestellt. 113.965 Frauen wurden demnach von ihrem Partner oder ehemaligen Partner misshandelt, gestalkt oder bedroht – und haben das zur Anzeige gebracht. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer, sagen die Ermittlerinnen und Ermittler. Weil Frauen sich oft schämten, die Tat öffentlich zu machen. (Hier geht es zum Bericht)

Die Ergebnisse im Detail:

  • Jeden Tag versucht im Schnitt ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten, heißt es in der Statistik. 147 Mal gelang es im vergangenen Jahr.
  • Fast 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft wurden 2017 angezeigt. Mehr als 80 Prozent der Opfer waren Frauen. 
  • Generell sei die Gefahr höher, wenn Alkohol, Geldsorgen und psychische Probleme auftreten, heißt es in dem Bericht. 
Das ist in einem modernen, fortschrittlichen Land wie Deutschland eine fast unvorstellbare Größenordnung.
Frauenministerin Franziska Giffey
  • Die meisten Opfer sind den Angaben zufolge 30 bis 39 Jahre alt. "Sie kommen aus allen sozialen Schichten", sagte Julia Reinhardt, die stellvertretende Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zahlen steigen, aber auch, weil in diesem Jahr Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution vom Bundeskriminalamt mit erfasst wurden.

So alt sind die Opfer von Gewalt in der Partnerschaft:

Was sind Ursachen für die Gewalt?

Julia Reinhardt arbeitet in der Bewährungshilfe und mit Tätern zusammen. Sie erklärte der Deutschen Presse-Agentur, dass viele der Männer von den eigenen Eltern lernten, wie man mit Partnerinnen und Partnern umgeht. 

Viele seien Männer, die glauben, ihre Frau kontrollieren zu können. Sie hielten an alten Rollenmustern fest: Der Mann dominiere, diktiere, die Frau befolge. Sie handelten systematisch, demütigten ihre Partnerinnen über Jahre, um sie klein und gefügig zu halten.

Doch auch in scheinbar gleichberechtigten Partnerschaften herrsche Gewalt, besonders in Situationen, die der Täter als Krise empfinde: Trennungen, Scheidungen, ein neuer Partner – auch wenn er selbst es war, der Schluss machte und die Frau verließe. So erklärt es Reinhardt. 

Man spreche von "finaler Bankrottsituation des Täters", sagt Reinhardt. Eine Übersprungshandlung, ein emotionaler Ausnahmezustand. Zufällig passiere so etwas aber nie, betont die Expertin. "Die Entscheidung zur Gewalt wird gefällt."

Was tut die Regierung, um Gewalt entgegenzuwirken?

In Deutschland gibt es 350 Frauenhäuser. Doch es soll noch mehr Anlaufstellen für Hilfsbedürftige geben. Dafür sollen Kommunen und Ländern 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. 

Schon jetzt gibt es ein Hilfetelefon, rund um die Uhr und in 17 Sprachen. Auf der Telefonrechnung tauchen die Gespräche nicht auf.

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, +49 8000 116 016

Mit Material von dpa


Grün

Wann hat deutsches Obst und Gemüse Saison?

Beim Einkaufen darauf zu achten, welche Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben, hat viele Vorteile:

  • Meistens sind die Produkte dann auch regional. Der Weg zum Supermarkt ist also relativ kurz und der Geschmack deshalb besser.
  • Es wird weniger klimaschädliches CO2 erzeugt, weil weite Transportwege wegfallen.
  • Der Preis ist oft niedriger, weil während der Hauptsaison in kurzer Zeit große Mengen der jeweiligen Sorte auf den Markt kommen.
  • Man unterstützt die regionale Landwirtschaft, ernährt sich abwechslungsreicher und lernt unbekanntere Gemüsesorten –  wie zum Beispiel Pastinaken oder Schwarzwurzeln – besser kennen.
  • Man entwickelt ein besseres Gefühl für den Jahreskreislauf und genießt bestimmte Sorten achtsamer (Bundeszentrum für Ernährung).

Klingt gut – jetzt muss man nur noch wissen, welche Sorten denn wann in Deutschland geerntet werden können und ob sie durch richtige Lagerung das ganze Jahr über erhältlich sind.

Im Quiz kannst du herausfinden, wann Gemüse und Obst in Deutschland Saison hat. Oder beweisen, dass du schon längst fit für den saisonalen Wocheneinkauf bist.