Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Krankheit in der Kölner Universitätsklinik. "Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt. Guido Westerwelle und Michael Mronz, Köln, den 18. März 2016", schreibt die "Westerwelle Foundation" auf ihrer Homepage.

Im Juni 2014 war die Blutkrebserkrankung Westerwelles bekannt geworden. Er unterzog sich einer Chemotherapie und erhielt eine Knochenmarktransplantation. Danach verbesserte sich der Gesundheitszustand. Seit Ende November wurde Westerwelle aber erneut im Krankenhaus behandelt.

So werden wir uns an ihn erinnern – die Fotostrecke:
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Westerwelle als FDP-Chef

Der Anwaltssohn aus Bonn widmete sein Leben der Politik. Bereits bei der Gründung der Jungen Liberalen, dem rechtsbürgerlichen FDP-Nachwuchs, war Westerwelle dabei. Im Jahr darauf wurde er deren Vorsitzender. Parallel zu seinem politischen Engagement studierte er Jura und wurde Anwalt.

Der Vorsitzende der Mutterpartei FDP wurde Westerwelle bereits im Alter von 39. Sein Ziel: Die Partei aus der Nische rausholen und zu einer Partei des ganzen Volkes machen. Bis 2011 blieb Westerwelle Vorsitzender der Partei.

Westerwelle als Außenminister

Bei der Bundestagswahl 2009 bekam die FDP 14,6 Prozent und bildete zusammen mit der CDU/CSU die Regierung. Westerwelle übernahm nicht, wie viele erwartete hatten, die Position des Finanzministers – obwohl die FDP ihre Stärke in der Wirtschaftspolitik sieht. Westerwelle entschied sich, Außenminister zu werden und übernahm die Vizekanzlerschaft. Immer wieder gab es Kritik an seiner Arbeit. Bei der darauffolgenden Bundestagswahl 2013 kam die FDP nicht mehr ins Parlament.

Westerwelle war auch für viele Homosexuelle ein Vorbild. Seit 2010 lebte er mit dem Manager Michael Mronz in eingetragener Partnerschaft.

Westerwelle mit einem modernen Politikstil

Interviews in Polit-Talkshows und lange Debatten im Bundestag gehörten zwar zum Alltag von Guido Westerwelle. In Erinnerung wird er aber mit überraschenden Auftritten bleiben. Um Wählerstimmen zu gewinnen, besuchte Westerwelle den "Big Brother"-Container, er reiste im "Guidomobil" zu Wahlkampfveranstaltungen und malte sich eine gelbe "18" als Wahlziel auf die Schuhsohle.

Westerwelle als Kämpfer

Über seine Leukämie-Erkrankung schrieb Westerwelle das Buch "Zwischen zwei Leben - Von Liebe, Tod und Zuversicht", in dem er versuchte, anderen Erkrankten Mut zu machen. Im vergangenen Herbst gab er zwei Fernseh-Interviews. "Sie glauben gar nicht, was der Mensch alles aushält", sagte er in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. "Ich wollte und ich will unbedingt weiterleben."

Quellen:

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