Bild: Maurizio Gambarini/dpa
Das Spiel soll ab 2020 im Unterricht gespielt werden

An britischen Schulen soll bald ein Videospiel im Unterricht gespielt werden, das die Schüler für das Thema häusliche Gewalt sensibilisiert.

Videospiele im Unterricht – kann das gut gehen?

Wie der "Telegraph" berichtet, kommt die Idee von Forschern, die herausgefunden haben, dass Videospiele genauso von Gewalt abhalten können, wie sie zu Gewalt motivieren können. Dass Videospiele aggressiv machen können, ist schon seit Jahren bekannt. Aber jetzt haben die Forscher der Huddersfield University anscheinend herausgefunden, dass die Spiele auch genau das Gegenteil bewirken können

"Die Forschung ist klar: Kinder, die gewaltsame Videospiele spielen, neigen dazu, sich auch aggressiver zu verhalten. Wenn sie aber sozial gewissenhafte Spiele spielen, verbessert sich ihr Verhalten dementsprechend", so der Bericht der Forscher.

In den Spielen soll es demnach darum gehen, "prosoziale" Storys zu spielen, in denen die Spieler Beziehungen aufbauen müssen, Social-Media-Kanäle pflegen und auch mit Missbrauch und Mobbing konfrontiert werden.

Wann kommt das Spiel?

Das Spiel soll Anfang 2020 in einem Pilotprojekt an verschiedenen Schulen getestet werden. Es ist für Schüler zwischen 14 und 18 Jahren konzipiert und enthält fünf Teile mit jeweils etwa 20 Minuten Spielzeit. 

Die Story soll sich um ein jugendliches Paar drehen, das sich verliebt. Am Anfang ist alles rosarot, doch im Laufe der Geschichte wird aufgezeigt, wie man den Partner über Manipulation, Unterdrückung und mentalen Missbrauch zu kontrollieren beginnt. 

"Wir geben jungen Menschen die Möglichkeit in die Hauptrolle zu schlüpfen, das Spiel ist sehr interaktiv. Man muss Entscheidungen treffen, die Konsequenzen nach sich ziehen", erklärt Dr. Gill Kirkup, aus dem Forscherteam.

Wer bezahlt das Spiel?

Für die Schulen fallen keine Kosten an. Das Spiel wurde durch Steuergelder finanziert. Dies ist ein großer Kritikpunkt von Menschen, die die Idee nicht gut finden. "Der britische Staat sollte nicht Geld in ein Videospiel mit fraglicher Wirkung pumpen, so lange wir noch jedes Jahr Schulden machen", kommentierte James Price, Kampagnenmanager der "Tax Payer's Alliance", die sich für eine niedrige Steuergesellschaft einsetzt.


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