Bild: bento/Sophia Schirmer

Pubs gehören zu Großbritannien wie Regenwolken und die Queen. Zwischen holzvertäfelten Wänden und Polsterstühlen können Briten (und angepasste Zugezogene) ihre Leidenschaft für Bier ausleben – und die für Smalltalk. Ein "How are you?" oder "Tough day?" hat in der Regel jeder Gast für die Frau oder den Mann hinter der Bar übrig.

Doch damit könnte bald Schluss sein: Großbritannien testet gerade sogenannte tap-and-pay beer pumps, Self-Service-Zapfanlagen, an denen Gäste ihr Bier selbst zapfen und zahlen können – contactless versteht sich. Der Gast muss nur das gewünschte Getränk auswählen, seine Kreditkarte an ein Lesegerät halten – und schon beginnt das Bier zu fließen. Das Ganze soll nur 60 Sekunden dauern. ("The Telegraph")

Die Idee stammt von der Kreditkartenfirma Barclaycard. Ein erster Prototyp steht schon in Henry’s Café Bar in London, im kommenden Jahr sollen Pubs und Bars im ganzen Land die Anlagen verwenden; auch bei großen Musikfestivals und Konzerten sollen sie zum Einsatz kommen. ("The Guardian")

So schön sind Pubs in Großbritannien:
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Und wozu das Ganze? Barclaycard hofft, mit den Self-Service-Zapfanlagen Wartezeiten zu verkürzen. Laut einer Untersuchung der Firma wartet man in der Zeit rund um Weihnachten durchschnittlich zwölf Minuten auf eine einzelne Bestellung, insgesamt steht jeder Gast in einer Night Out 35 Minuten in der Schlange. ("The Guardian")

Das soll sich mit den tap-and-pay beer pumps ändern. Allerdings würde damit auch eine der schönsten Begleiterscheinungen des Pubbesuchs verloren gehen. Mit einer Maschine smalltalked es sich einfach so schlecht.

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Und, wann wollt ihr Kinder? Willst du nicht auch mal langsam schwanger werden? Jetzt, da doch im Freundeskreis ohnehin alle Eltern werden? Könnt ihr euch denn nicht vorstellen, bald mal loszulegen?

Es ist seltsam, dass sich vor allem Frauen, Mitte oder Ende 20 und in einer Beziehung, ständig genau diesen sehr persönlichen Fragen stellen müssen. Entweder, jemand aus der Verwandtschaft will es wissen und fragt unvermittelt an der Kaffeetafel. Oder die Kollegin. Die Nachbarin, die Freundin vom Freund, der Kumpel. Viele denken, es sei okay, andere auf eventuell vorhandene Fortpflanzungspläne anzusprechen.