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Damit reagiert Kopenhagen auf die schwedischen Kontrollen.

Nach Schweden führt auch Dänemark vorübergehend wieder Grenzkontrollen ein: Wer aus Deutschland einreisen will, muss ab sofort damit rechnen, nach seinem Pass gefragt zu werden. Im Gegensatz zu Schweden kontrolliert Dänemark aber nicht automatisch jeden Reisenden; vielmehr werden die Kontrollen "aus Stichproben des laufenden Verkehrs über die Grenze bestehen“, teilte der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen bei einer Pressekonferenz mit. (FAZ, Tagesschau)

Dänemark sehe sich zu der Maßnahme gezwungen, nachdem die schwedische Regierung ebenfalls Kontrollen eingeführt habe, sagte Rasmussen. Seit Montag werden in Zügen, Bussen und auf Fähren nach Schweden die Ausweise aller Reisenden kontrolliert. Die schwedische Regierung hatte das Gesetz im Dezember beschlossen, um die Zahl der einreisenden Flüchtlinge zu begrenzen. (SPIEGEL ONLINE, NDR)

Kontrollen zunächst auf zehn Tage begrenzt

Ein Großteil der Menschen, die nach Schweden wollen, um dort Asyl zu beantragen, reisen durch Dänemark. Wenn nun an der schwedischen Grenze wieder kontrolliert werde, könne es sein, dass viele von ihnen in Dänemark hängen bleiben, so die Befürchtung. Durch die Kontrollen soll die Einreise von Flüchtlingen ohne gültigen Pass nun von Vornherein verhindert werden. Sie sind zunächst für zehn Tage angesetzt, sollen aber bei Bedarf verlängert werden. (SPIEGEL ONLINE, MDR)

Eigentlich werden an den Binnengrenzen des Schengen-Raums keine Ausweise mehr überprüft. Stichprobenartige Kontrollen sind aber weiterhin möglich. In Ausnahmefällen können darüber hinaus auch systematische Grenzkontrollen eingeführt werden, sofern diese zeitlich begrenzt bleiben; Voraussetzung dafür ist "eine schwerwiegende Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder inneren Sicherheit". (Schengener Grenzkodex, FAZ II)