Bild: dpa/Jörg Carstensen
"Wir hatten zu dritt Spaß", sagt der Beschuldigte vor Gericht.

Am Montag ist in Berlin der Prozess Gina-Lisa Lohfink gegen Pardis F. und Sebastian C. fortgesetzt worden. In dem Fall geht es um die Frage, ob sie die beiden Männer zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigt hat.

Wie kam es zum Prozess?

Im Juni 2012 hatten die beiden Sex mit Lohfink. Den filmten sie und stellten die Aufnahmen später ins Netz. Auf dem Video ist zu hören, wie Lohfink den beiden Männern mehrmals "Hör Auf!" sagt (bento I).

Lohfink hatte daraufhin Pardis F. und Sebastian C. wegen Vergewaltigung angezeigt. Die Polizei stellte die Ermittlungen jedoch ein, lediglich für die Verbreitung des Videos wurde Pardis F. verurteilt.

Darauf wendeten sich die beiden Männer an die Polizei – und bezichtigten Gina-Lisa Lohfink der falschen Verdächtigung. Ende 2015 bekam sie einen Strafbefehl über 24.000 Euro. Weil das Model nicht zahlen wollte, steht es nun vor Gericht. (SPIEGEL ONLINE I)

Was ist bislang in den Verhandlungen passiert?
  • Lohfink sagt, sie habe einen Filmriss gehabt und könne sich an die Nacht nicht mehr erinnern.
  • Pardis F. sagt, der Sex der drei sei einvernehmlich gewesen. Sie habe "alles voll mitgemacht“, auch weggetreten sei sie nicht gewesen.
  • Neben den Aussagen gilt vor Gericht das im Netz verbreitete Handyvideo als Beweis. Die Staatsanwaltschaft kann darauf keine Vergewaltigung erkennen: Die "Nein"-Rufe beziehen sich demnach auf das Filmen, nicht auf den Sex.
Was sagt Gina-Lisa Lohfink?

Sie macht wütend, dass sie vom Opfer zum Täter gemacht werde. Der Prozess soll aus ihrer Sicht auch das Sexualstrafrecht beeinflussen: "Ich sehe mich schon als Vorkämpferin. Die Politiker müssen endlich aufwachen." Hier findest du das ganze Gespräch:

Wie wird der Fall in der Öffentlichkeit diskutiert?

Unter dem Hashtag #TeamGinaLisa solidarisieren sich im Netz seit Wochen Unterstützer. Sie diskutieren über die Gesetzeslage im Sexualstrafrecht und eine mögliche Vorverurteilung von Lohfink. Immer wieder gibt es auch Demonstrationen vor dem Berliner Gericht (bento II).

Welche Auswirkungen hat der Fall?

Egal, wer vor Gericht Recht bekommen wird – schon jetzt hat die öffentliche Debatte rund um Lohfink viel bewegt. Nämlich eine Verschärfung des Sexualstrafrechts: "Nein" heißt ab sofort wirklich "Nein". Wer eine deutliche Ablehnung oder auch ein Weinen seines Opfers ignoriert, macht sich also nun strafbar. Hier findest du die Details des Gesetzes:

Wie geht es im Fall Gina-Lisa Lohfink weiter?

Sebastian C. sagte am Montag vor Gericht aus. Der 33-Jährige war dort bislang nicht erschienen – er sei psychisch nicht dazu in der Lage gewesen, sich früher zu melden, sagte er (Frankfurter Rundschau). Vor Gericht schilderte er die gleiche Version, wie vor ihm bereits Pardis F.: Der Sex sei einvernehmlich gewesen, auch Drogen seien nie im Spiel gewesen. "Wir hatten zu dritt Spaß", sagte C.

Vor Gericht wurde auch das Sexvideo noch mal gezeigt. Lohfink brach daraufhin in Tränen aus. "Es ist wirklich schlimm, was hier mit mir gemacht wird", sagte sie.

Ein Urteil steht noch aus. Auch die Termine für die Abschlussplädoyers sind noch offen. Lohfinks Verteidigung konfrontierte C. mit drei weiteren Frauen, die ihm Gewalttaten und eine Vergewaltigung vorwarfen. Die Antwort: "Ich habe mit 500 Frauen geschlafen, und sie bringen die drei hier an, die sich beschwert haben." (info.arte.tv)

Lass uns Freunde werden!


Today

Warum es in einem Vulkan in Nicaragua ab jetzt WLAN gibt

Was in Zügen der Deutschen Bahn nicht wirklich funktioniert, soll es jetzt auf einem Vulkan in Nicaragua geben: General Electric will den Berg Masaya mit dem Internet verbinden. Gemeinsam mit dem Filmemacher Sam Cossman und der nicaragischen Regierung installiert General Electric derzeit 80 kabellose Umgebungssensoren in dem Vulkan. (The Verge)