Bild: dpa/Paul Zinken
Sind die Rundfunkgebühren die neue Flüchtlingskrise?

Sieglinde Baumert aus Thüringerin will keine Rundfunkgebühren bezahlen. Seit 2013 hatte sie keinen Beitrag mehr für die öffentlich-rechtlichen Sender überwiesen. Dann weigerte sie sich auch noch, vor dem Gerichtsvollzieher eine Vermögensauskunft abzugeben.

Anfang Februar, nach drei Jahren Mahnungen, kam die 46-Jährige schließlich in ein Frauengefängnis in Chemnitz – zur Erzwingungshaft. Gegenüber der "Welt am Sonntag" sagte sie:

"Mit meiner Unterschrift würde ich die Rechtmäßigkeit der Zwangsgebühren bestätigen. Das will ich nicht, denn ich kann nicht verantworten, dass ich diesen Rundfunk mitfinanziere."

Viele Deutsche drücken sich um den Runfunkbeitrag (früher GEZ-Gebühr), aber Baumert ist die Erste, die deshalb ins Gefängnis musste. Am Montagabend, nach 61 Tagen in Haft, entließ sie das Chemnitzer Gefängnis wieder. Angaben zu der Entscheidung machte die Gefängnisleitung nicht; Baumert hätte bis zu sechs Monaten inhaftiert werden dürfen. ("Freie Presse")

Doch längst interessiert der Fall die AfD:

Beatrix von Storch ist Vize-Vorsitzende der AfD und weigert sich selbst, die Rundfunkgebühr zu zahlen. Nun weiß allerdings die Welt: Das hat ihr in ihrem Fall nichts genützt.

Ob der Ex-Inhaftierten die Schützenhilfe der AfD recht ist, ist nicht bekannt

Sie selbst sieht sich in ihrem Gebühren-Boykott als "Anarchistin", im Fernsehen wünscht sie sich unter anderem mehr Esoterik. Einer Partei stehe sie nicht nahe. Auch betrachte sie die Öffentlich-Rechtlichen weniger als staatsgesteuert, sondern eher als schlecht ausbalanciert: Baumert ist's einfach zu viel Fußball im Programm, dafür wolle sie nicht zahlen. ("Welt am Sonntag")

Die AfD hingegen nennt den Beitrag "Zwangsgebühr", weil damit die finanzierten Radio- und Fernsehprogramme "Hofberichterstattung" für die Regierung machen würden.

"Frühling für Frauke und Beatrix. Kommt, wir zünden ein Negerkind an." Mit staatlichen Zwangsgebühren finanziertes...

Posted by Beatrix von Storch on Samstag, 19. März 2016
Für die AfD gehört die Abschaffung des Rundfunkbeitrags zum Kernprogramm.
Wie genau funktioniert der Rundfunkbeitrag?

Jeder Haushalt muss monatlich 17,50 Euro zahlen, egal, ob er öffentlich-rechtliche Sender hört und anschaut oder nicht. Die Änderung ist seit 2013 wirksam, davor wurde die sogenannte GEZ-Gebühr gezahlt, nach Person und Anzahl der Geräte im Haushalt. Viele finden das ungerecht, einige hatten auch gegen die Gebühr geklagt. Nützt nichts, entschied das Verfassungsgericht erst vor wenigen Wochen: Jeder muss zahlen.

Die Idee hinter der Änderung: Statt Mitarbeiter vorbei zu schicken, die die einzelnen Fernseher und Radios in jedem Haushalt durchzählen müssen, zahlt einfach jeder eine Pauschale. Denn mittlerweile gibt es viele, die die öffentlich-rechtlichen Mediatheken via Internet nutzen – die Ausrede, "Ich habe keinen Fernseher" gilt nicht mehr.

Hinfällig ist damit auch ein Trick, den es noch zu GEZ-Zeiten gab, wenn die Kontrolleure vor der Tür standen: diese nicht öffnen.

Wir mussten die Kommentare leider schließen, weil es zu viele Beleidigungen gab und nicht über das Thema diskutiert wurde.


Haha

"Instagram Single" ist die perfekte Parodie auf Pärchen-Fotos im Netz
Einfach mal alleine sein.

Wer etwas anderes als die glattgebügelte Version seines Lebens auf Instagram zeigt, hat das Prinzip Eigenpromotion nicht verstanden. Instagram, dort zeigt man seine Reiseabenteuer und die neue Lidschatten-Palette und natürlich – sehr subtil – das eigene Liebesleben. Der "Instagram Husband" ist dafür ein perfektes Beispiel.

Die Youtuberin Akilah Obviously versteht solche Inszenierungen nur bedingt – und macht sich über die scheinbare Perfektion lustig. Auf satirische Weise gibt sie vor, sich nach einem “Instagram Husband” zu sehnen – mit dem die Inszenierung ihres Lebens vollendet wäre.

In ihrem Video zeit sie, wie das aussieht: