Bild: dpa/Frank Rumpenhorst
Obacht mit den Blitzen.

Am Wochenende sind schwere Unwetter über Teile Deutschlands gezogen, in Rheinland-Pfalz wurden mehrere Ortschaften überflutet und in Bochum wurden zwei Frauen vom Blitz getroffen und dabei schwer verletzt. (tagesschau.de)

Laut Studien sterben jedes Jahr bis zu 24.000 Menschen durch einen Blitzschlag, wobei die Rate in weniger entwickelten Ländern deutlich höher ist. In Deutschland sind es laut dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) jährlich im Durchschnitt vier Menschen, die durch einen Blitz zu Tode kommen.

Auch für heute und die kommenden Tage sagen die Wetterdienste für große Teile Deutschlands schwere Gewitter vorher. 

Doch wie verhält man sich am besten, wenn es draußen blitzt, donnert und stürmt? Hier sind 6 Tipps, wie du das nächste Gewitter unbeschadet überstehst:

1

Wo bin ich vor Blitzen sicher?

Autos funktionieren bei Gewittern wie ein Faradayscher Käfig: Die Metallkarosserie leitet Blitze nicht nach innen, sondern nach außen ab. Das heißt: Bei Gewittern ist man im Auto sicher. Das Fenster sollte man aber geschlossen halten. (wetter.de)

Wer sich im Haus befindet, kann auch beruhigt sein: Zwar ist ein Blitzableiter in Deutschland grundsätzlich nicht vorgeschrieben, aber selbst wenn ein Blitz – trotz sehr geringer Wahrscheinlichkeit – in ein neueres Wohngebäude einschlägt, heißt das nicht, dass gleich das Haus abbrennt. (Stuttgarter Nachrichten)

2

Was mache ich, wenn ich während des Gewitters im Wald bin?

Grundsätzlich gilt: Falls es irgendeinen Unterschlupf in der Nähe gibt, ist der immer die sicherste Wahl. Wer nur wenige einzelne Bäume um sich hat, sollte Abstand halten. Bei besonders hohen Bäumen sollten es zehn Meter sein. Schlägt der Blitz ein, kann er nämlich zersplittern.

Mitten im dichten Wald ist es etwas weniger gefährlich, weil der Blitz mehr Bäume zur Auswahl hat, die er treffen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass es derjenige ist, neben dem man steht, ist also geringer. (WDR)

3

Muss ich elektronische Geräte ausstecken?

Erst seit Oktober 2016 ist ein Überspannungsschutz an allen neuen Gebäuden in Deutschland Pflicht. Wenn der nicht vorhanden ist, dann sollte tatsächlich bei einem Gewitter der Stecker von Computer und Fernseher gezogen werden, rät auch der Deutsche Feuerwehrverband.

Der Grund: Die Geräte könnten beschädigt werden. Nachrüsten geht aber auch – etwa mit Steckerleisten, die einen integrierten Überspannungsschutz haben.

Blitze eines Gewitters in einem Windenergiepark in Brandenburg im vergangenen April.(Bild: dpa/Patrick Pleul)

4

Darf ich während eines Gewitters duschen oder baden?

Bei Gebäuden ohne Blitschutz kann das gefährlich werden – in neuen Wohngebäuden ist man im Normalfall trotzdem sicher. Die haben nämlich Wasserrohre aus Kunststoff und die leiten somit auch einen Blitz nicht weiter. (VDE)

Bei älteren Gebäuden mit Leitungen aus Metall können diese an den Haupt-Erdungsanschluss des Hauses angeschlossen sein – auch dann ist duschen und baden ungefährlich. Ist dies aber nicht der Fall, dann ist man auch im Bad nicht sicher vor Blitzen. 

Wer sich bei seinem Haus nicht sicher ist, sollte also besser darauf verzichten.

5

Und mein Handy? Darf ich das benutzen?

Wer bei einem Gewitter ein Handy am Ohr hat, geht ein höheres Risiko ein, vom Blitz getroffen zu werden – das hört man immer wieder. Das metallische Gerät ziehe den Blitz an, so der Mythos.

Die Experten vom Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung des VDE widersprechen jedoch: Für den Blitz sei das Handy lediglich ein Stück Metall, das an den Kopf gehalten werde. Es ist damit irrelevant für die Gefahr, von einem Blitz getroffen zu werden.

Auch die abgestrahlte elektromagnetische Leistung eines Handys sei viel zu niedrig, um die Leitfähigkeit der Luft zu erhöhen, so die Blitzexperten.

6

Bin ich auf dem Fahrrad in Gefahr?

Manche glauben, die Gummireifen würden Radfahrende schützen, andere sind der Meinung Fahrräder seien beim Gewitter gefährlich. Für Meteorologe Jörg Kachelmann gibt es nur eine wichtige Regel, wenn man während eines Gewitters draußen ist: Für alle sei es gleich wahrscheinlich, vom Blitz erschlagen zu werden: "Mit und ohne Fahrrad." (t-online.de)

Und die letzte Frage, die es zu klären gibt: Bist du ein Schmuddelwetter-Experte?
Das kannst du mit diesem Quiz herausfinden:

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Durchgewunkene Asylbescheide: So erklären die Mitarbeiter die falschen Entscheidungen
1200 solcher Fälle soll es geben.

Der Personalrat des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat sich jetzt in die Diskussion über die Affäre zur mutmaßlichen Manipulation von Asylbescheiden eingeschaltet. Er sieht die Führung des Bamfs in der Schuld für die Misere.

Von 2013 bis 2016 sollen in der Bremer Außenstelle des Bamfs mindestens 1200 Asylanträge bewilligt worden sein, die nicht hätten bewilligt werden dürfen. Die inzwischen suspendierte Bremer Bamf-Leiterin Ulrike B. soll dafür Vorteile wie Restaurantbesuche erhalten haben. Diese Vorfälle wurden schon seit 2014 immer wieder intern gemeldet, allerdings gab es kaum Konsequenzen. (SPIEGEL ONLINE) Erst mit Bekanntwerden der Fälle im April diesen Jahres werden Folgen erwartet.