Bild: Imago/Christian Mang

Im Jahr 2016 hat es mehr als 3500 Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte gegeben. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage hervor, die den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorliegt. ("WAZ")

Was genau steht in dem Bericht?
  • Den vorläufigen Zahlen zufolge registrierte das Innenministerium im vergangenen Jahr 2545 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte.
  • Darüber hinaus gab es 988 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte. Die Zahl ist gegenüber 2015 leicht zurückgegangen; damals wurden 1031 Angriffe gezählt – der bislang höchste registrierte Wert (SPIEGEL ONLINE).
  • Im Jahr 2016 gab es also insgesamt 3533 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte. Das sind fast zehn am Tag.
  • Dabei wurden 560 Menschen verletzt, darunter 43 Kinder.
  • Auch wer Flüchtlingen hilft, wurde Ziel von Angriffen: Laut Innenministerium gab es 217 Attacken gegen Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer.

Wer ist für die Angriffe verantwortlich?

Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, vermutet, dass die Taten von Rechten begangenen wurden; sie hatte die Anfrage gestellt. "Muss es erst Tote geben, bevor die rechten Gewalttaten als ein zentrales Problem der inneren Sicherheit eingestuft werden und ganz oben auf der Agenda der Innenpolitik stehen?", sagte Jelpke als Reaktion auf dem Bericht. ("WAZ")

Das Innenministerium selbst macht in dem Bericht keine konkreten Angaben zu den Hintergründen. Zumindest zu den Angriffen auf Unterkünfte hatte sich das Bundeskriminalamt aber bereits im Dezember geäußert; bei einem Großteil dieser Attacken geht es demnach tatsächlich von einem rechtsextremen Hintergrund aus (SPIEGEL ONLINE).

Im Januar hatte die Landesregierung von Brandenburg beschlossen, geduldete Flüchtlinge, die Opfer von rechter Gewalt geworden sind, nicht mehr abzuschieben. Brandenburg ist das erste Bundesland mit einer solchen Regelung. (bento)


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