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So lief das erste längere TV-Interview mit dem niederländischen Rechtspopulisten

Schon häufig hat der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders mit seinen rassistischen Aussagen und beleidigenden Ausfällen provoziert. Kurz vor den Wahlen im März hat der umstrittene Politiker noch einmal nachgelegt – nicht besonders originell mit einem Hitler-Vergleich.

"Die islamische Ideologie ist womöglich noch gefährlicher als der Nationalsozialismus", polterte er in einem Fernsehinterview am Sonntag. Deshalb wolle er im Falle eines Wahlsiegs, den Koran verbieten und Moscheen schließen lassen. Außerdem verglich Wilders Moscheen mit "Nazi-Tempeln“ und den Koran mit "Mein Kampf" von Adolf Hitler. (FAZ).

Ein weiterer Punkt auf Wilders' Agenda ist der "Nexit". Im Interview sprach er sich für einen Austritt der Niederlande aus der Europäischen Union aus (Handelsblatt).

Wilders' rechtspopulistische Partij voor de Vrijheid (PVV) steht seit Wochen an der Spitze der Umfragen, sie kommt auf mehr als 20 Prozent. Doch auch wenn die PVV die Umfragen anführt, möchte offenbar keine Partei mit Wilders zusammenarbeiten:

Die Chance ist nicht bei 0,1, sondern bei null Prozent.
Marc Rutte, niederländischer Premierminister

Das sagte der aktuelle niederländische Regierungschef Mark Rutte in einem Interview im Januar (SPIEGEL ONLINE).

Premierminister Mark Rutte(Bild: dpa)

Das Ergebnis der Wahl gilt als richtungsweisend für die anstehenden Wahlen in den europäischen Nachbarländern, in denen rechtspopulistische Parteien ebenfalls Aufwind haben.

Im April wird in Frankreich gewählt, dort verspricht sich die Front National Rückenwind durch einen Sieg von Wilders in den Niederlanden. In Deutschland sind im September Bundestagswahlen – und die AfD drückt dem niederländischen Rechtspopulisten die Daumen.

Wilders war erst Ende vergangenen Jahres von einem Gericht in Amsterdam wegen Hassrede und Beleidigung verurteilt worden. Er hatte im Jahr 2014 auf einer Wahlparty in Den Haag seine Zuhörer gefragt: "Wollt ihr mehr oder weniger Marokkaner in dieser Stadt und in den Niederlanden?" Die Staatsanwaltschaft sah in seinen Aussagen eine pauschale Diskriminierung der rund 380.000 Menschen mit marokkanischen Wurzeln, die in den Niederlanden leben (bento).


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