Ein Mann wird während der Fahrt bewusstlos. Mit im Auto: seine Familie. Sie schaffen es, den Wagen zum Stehen zu bringen und rufen die Rettungskräfte. Es folgt ein Kampf um das Leben des Mannes, den er am Ende verliert. Ein schrecklicher Moment. Doch auf der gegenüberliegenden Autobahnseite bremsen immer wieder Fahrzeuge, fahren langsam vorbei – und filmen die Reanimation. 

Diese Szenen haben sich an der Autobahn 44 bei Unna ereignet (SPIEGEL ONLINE). Sie machen fassungslos. Wie kann man so geschmacklos sein, fragen sich viele Menschen – und auch die Polizei selbst. Die setzte nach dem Ereignis einen langen Facebook-Post ab, in dem sie ihre Fassungslosigkeit schildert. 

Hier sind die wichtigsten Sätze aus dem Post der Polizei.

"Wir finden es nicht nur schlimm, dass man sich so an dem Leid anderer ergötzen möchte..."

"... Wir finden es noch bedenklicher, dass jenes egozentrische Verhalten auch noch dazu führt, dass man sich und andere Verkehrsteilnehmer dadurch in Lebensgefahr bringt", schreibt die Polizei. Was genau sie mit letzterem meint, erklärt sie direkt danach:

"Wer sein Fahrzeug auf dem linken Fahrstreifen einer Autobahn so weit herunterbremst, dass man möglichst gut das Leid von anderen filmen kann, handelt bewusst genauso."

Die Beamtinnen und Beamten verurteilen, dass die passierenden Autos vorbeischlichen, um den Rettungseinsatz zu filmen. Und sie wollen die Täter nicht davon kommen lassen:

"Daher haben die Kollegen vor Ort auch konsequent Bilder von diesen Fahrzeugführern gemacht, die in Kürze Post zu erwarten haben."

Gegen die Personen werde ein Straf- beziehungsweise Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Polizei veröffentlichte unkenntlich gemachte Bilder der Gaffer in einer Pressemitteilung.

Hier kannst du den kompletten Facebook-Post lesen:

Gaffer filmten Reanimationsmaßnahmen von der Gegenseite - Polizei fotografiert mehrere Tatverdächtige! Ein tragischer...

Posted by Polizei NRW Dortmund on Monday, October 29, 2018

Wie groß ist das Gaffer-Problem in Deutschland?

Gaffer verhindern, dass Rettungskräfte schnell zu Unfallopfern gelangen. Außerdem blockieren sie den Verkehr. Noch schlimmer – oft sorgen sie für weitere Unfälle:

"Ein Gaffer ist in Bayern mit seinem Auto in einen geparkten Wagen gekracht" Hier geht's zur Meldung
"Nach einem Unfall auf der A8 filmte ein Mann einen sterbenden Motorradfahrer. Jetzt ist der Gaffer verurteilt worden" Hier geht's zur Meldung
"Sechs Verletzte – Gaffer behindern Einsatz nach schwerem Unfall auf A20" Hier geht's zur Meldung
"Saarbrücken – Polizei ermittelt nach Hochhausbrand gegen Gaffer" Hier geht's zur Meldung
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Wie reagieren die Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer auf den Post?

Einige sprechen der Familie ihr Beileid aus, andere fordern, dass den Gaffern direkt der Führerschein entzogen werden soll. 

Ein Nutzer stellte die Frage, ob er Gaffende laut anhupen und die Lichthupe benutzen dürfe, um die schleichenden Autos vor sich zum Fahren zu animieren. Die Polizei verneint: Gaffer mit Licht- und normaler Hupe zu maßregeln, könne als Nötigung im Straßenverkehr gelten. Das sei eine Straftat, so die Polizei. 



Streaming

Ihr Zimmer, ihre Tanten, ihr Kater: So sehr hat sich "Sabrina" im Netflix-Remake verändert
Von der lustigen Serie zur Grusel-Show

Die neue Serie "The Chilling Adventures of Sabrina" gibt es seit Ende Oktober auf Netflix. Das gruselige Remake zeigt die junge Hexe Sabrina – aber ganz anders als du sie aus der Kultserie in den Neunzigern kennst. 

Damals hieß die Serie "Sabrina – total verhext!" und lief noch im Fernsehen – von 1996 bis 2003.

Die neue Netflix-Produktion ist sehr viel dunkler und gruseliger, die Besetzung jünger. Und natürlich sieht vieles ganz anders aus – was vor allem daran liegt, dass sich die neue Version an einer anderen Comic-Vorlage orientiert.