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s ist G20, die Hölle ist los. Am Donnerstagabend hat die "Welcome to Hell"-Demo in Hamburg stattgefunden – sie richtet sich gegen das G20-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs am Freitag und Samstag. Bei dem Aufmarsch laufen viele friedliche Demonstranten mit, aber auch Vermummte des sogenannten "Schwarzen Blocks".

Nach nur rund einer Stunde eskalierte die Lage: Die Polizei setzt Pfefferspray und Wasserwerfer ein, Autonome werfen Steine und Flaschen.
  • Laut Veranstalter waren zwischen 3000 bis 4000 Menschen auf dem Hamburger Fischmarkt versammelt. 
  • Die Polizei sprach von 2000 Demonstranten. 
  • Um kurz vor 19 Uhr wollte sich die Kundgebung in Bewegung setzen, alles ist zunächst friedlich.
  • Um 19.20 Uhr stoppte die Polizei die Demo, noch bevor es richtig losging. Sie forderten einige Demonstranten auf, sich nicht zu vermummen. 
  • Aus dem Schwarzen Block Rufe: "Verpisst euch, ihr Scheißbullen!" Außerdem die Aufforderung, Ketten zu bilden und standhaft zu bleiben.
  • Gegen 20 Uhr begann die Polizei, massiv gegen die Vermummten vorzugehen. Pfefferspray und Wasserwerfer kamen zum Einsatz. 
  • Aus dem Schwarzen Block wurde die Polizei mit Ziegelsteinen angegriffen:
  • Im Vorfeld hatte die Polizei Unbeteiligte mehrmals gewarnt, sich vom Schwarzen Block zu trennen. 
  • Nach Polizeiangaben sei der Polizeisprecher vor Ort angegriffen worden. 
  • Kurz nach 20 Uhr wirkte es, als sie die Demo aufgelöst. Die Polizei twitterte, ein friedlicher Aufmarsch sei weiterhin möglich.
  • Fünf Minuten später erklärt der Veranstalter die Demo für beendet.
Dann begannen die, die nicht zum Schwarzen Block gehörten, eine friedliche Spontandemo:
(Bild: dpa/Boris Rössler)
bento hatte mit mehreren Teams die "Welcome to Hell"-Demo begleitet.
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Das war "Welcome to Hell" in Bildern:
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So war die Lage im Vorfeld:
  • Am Freitag und Samstag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der G20, einem Zusammenschluss von Industrie- und Schwellenländern. 
  • Sie tagen im Herzen Hamburgs, Tausende Demonstranten sind gegen die Konferenz. 
  • Die Gegner sagen: Bei dem Polittreffen sehen sich nur die Mächtigen, armen Ländern wird dabei nicht geholfen. Mehrere friedliche Proteste finden statt.
  •  Aber auch die "Welcome to Hell"-Demo, unter die sich Autonome mischen.

Laut Polizei sollen etwa 8000 gewaltbereite Linksextremisten unter den "Welcome to Hell"-Demonstranten sein. Der Verfassungsschutz geht von einer militanten Szene aus, Demo-Mitinitiator Andreas Blechschmidt sagte im Vorfeld: 

"Es ist ja klar, dass wir nicht die katholische Pfadfinderjugend versammeln. Es geht uns um eine kämpferische Demo."
Andreas Blechschmidt

"Welcome to Hell"-Veranstaltungsleiter Andreas Beuth sagte hingegen am Donnerstag vor Demobeginn zu bento: 

"Von uns aus wird es keine Straßenschlachten geben, es hängt viel vom Verhalten der Polizei ab."
Andreas Beuth

Am Morgen reisten bereits etwa 700 Gipfelgegner mit einem Sonderzug an. Der Zug war in Basel gestartet und hatte mehrmals in Deutschland Zwischenstopps eingelegt. Ihre Ankunft in Hamburg verlief friedlich:

"Wir werden sehr auf einen friedlichen Verlauf achten. Und wenn es dort aus der Versammlung heraus zu Störungen kommt, dann wird es auch eine polizeiliche Reaktion darauf geben", sagte Innensenator Andy Grote im Vorfeld über die "Welcome to Hell"-Demo. (NDR)

Warum sich die Staats- und Regierungschefs zum G20-Gipfel treffen, erklären wir dir hier: 

Mitarbeit am Text: Hanna Zobel, Sebastian Maas, Sarah Klößer, Dilan Gropengiesser, Marc Röhlig, Katharina Hölter


Gerechtigkeit

Wir fragen G20-Gegner: Was ist eigentlich dein Problem?

Die Gegner des G20-Gipfels wollen das Ende der Welt. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man sich die Polizeimeldungen der vergangenen Tage anhört. 

Beamte haben im Vorfeld des Staatstreffens Wurfmesser und Schlagringe bei Linksextremen in Rostock sichergestellt (SHZ), der Hamburger Verfassungsschutz warnt vor gewaltbereiten Autonomen. Gegen sämtliche Demonstranten geht die Polizei daher seit Tagen mit aller Härte vor (bento), die "Welcome to Hell"-Demo gilt als besonders gefährlich (bento).