Bild: dpa
Der Protest gegen G20 eskalierte

Irgendwann schauen alle gemeinsam in den Himmel, Polizisten und Demonstranten: Aus einem Dachfenster in St. Pauli regnet es Geld, kleine Ein-Dollar-Noten fallen auf den von Wasserwerfern glänzend nassgespritzten Asphalt. Die Scheine sind nicht echt, wie so vieles hier soll es eine politische Aktion sein. Für die Anwesenden in dieser Nacht sind sie vor allem eine kurze Pause von Gewalt und Zerstörung.

Was in der Nacht geschah

Die ganze Nacht über lieferten sich Demonstranten und Polizisten ein Katz-und-Maus-Spiel. Immer wieder brennen Barrikaden, die spontan auch in kleinen Seitenstraßen errichtet wurden. Wo Demonstranten in kleinen Gruppen stehen bleiben, kommt bald die Polizei und fordert sie auf, zu gehen. Darauf folgen dann oft Pfefferspray oder der Wasserwerfer. Auf den Gehwegen beobachten Neugierige das Geschehen aus sicherer Distanz. 

Im Stadtgebiet brannten mehrere Autos, Mülltonnen und improvisierte Barrikaden.

So erlebte ein bento-Reporter das Geschehen:
Kurz darauf räumt die Polizei den Bereich und setzt Wasserwerfer ein:
Was davor geschah

Zuvor hatte die Polizei am Abend die "Welcome to hell"-Demonstration gestoppt. Kurze Zeit später spielten sich böse Szenen auf dem Hamburger Fischmarkt ab: Die Polizei ging mit Wasserwerfern, Knüppeln und Tränengas gegen die Demonstranten vor, die antworten teilweise mit Pflastersteinen und Flaschen. 

Später gibt die Polizei dem "schwarzen Block" die Schuld und spricht von einer gewollten Eskalation. Journalisten vor Ort berichten jedoch anderes, viele beschreiben das Vorgehen der Polizei als aggressiv und sagen, die Demonstration habe nie eine Chance gehabt, weiter zu kommen.

So erlebten bento-Reporter die Demonstration:

Wie geht es jetzt weiter?

Die Bilder der letzten 24 Stunden werden bleiben, wahrscheinlich sind später sie es, die uns vom G20-Gipfel in Erinnerung bleiben. Dabei hat der noch gar nicht angefangen. Von Freitag bis Samstag wollen sich die Staats- und Regierungschef auf dem Messegelände treffen. Und auch die Gegner des Gipfels planen neue Aktionen.

Am Freitagmorgen machten sich mehrere Gruppen auf, an verschiedenen Stellen die Absperrung zur "roten Zone" zu durchbrechen. Die Polizei ist vor Ort und geht mit Schlagstöcken gegen diese Versuche vor. Hubschrauber fliegen tief über der Stadt.

So soll es weitergehen:


Today

Wasserwerfer vs. Ziegelsteine: "Welcome to Hell"-Demo eskaliert nach nur einer Stunde

E

s ist G20, die Hölle ist los. Am Donnerstagabend hat die "Welcome to Hell"-Demo in Hamburg stattgefunden – sie richtet sich gegen das G20-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs am Freitag und Samstag. Bei dem Aufmarsch laufen viele friedliche Demonstranten mit, aber auch Vermummte des sogenannten "Schwarzen Blocks".

Nach nur rund einer Stunde eskalierte die Lage: Die Polizei setzt Pfefferspray und Wasserwerfer ein, Autonome werfen Steine und Flaschen.
  • Laut Veranstalter waren zwischen 3000 bis 4000 Menschen auf dem Hamburger Fischmarkt versammelt. 
  • Die Polizei sprach von 2000 Demonstranten. 
  • Um kurz vor 19 Uhr wollte sich die Kundgebung in Bewegung setzen, alles ist zunächst friedlich.
  • Um 19.20 Uhr stoppte die Polizei die Demo, noch bevor es richtig losging. Sie forderten einige Demonstranten auf, sich nicht zu vermummen.