Bild: dpa/Daniel Bockwoldt

Der G20-Gipfel hat noch gar nicht begonnen – und schon geraten Polizei und Demonstranten aneinander. Am Sonntag hatten sich beide Seiten ein mehrstündiges Machtspiel um ein genehmigtes Protestcamp in einem Park geliefert. Am Ende gab es Verletzte.

Der Überblick:
  • Das Hamburger Verwaltungsgericht hatte G-20-Gegnern erlaubt, ein Protestcamp im Elbpark Entenwerder im Osten von Hamburg zu errichten. 
  • Am Sonntag hatte die Polizei jedoch den Zugang zum Park blockiert. Aktivisten schlugen ihre Zelte auf der Straße auf.
  • Am Abend wurden Demonstranten dann in den Park gelassen – aber ohne "Küchen- und Schlafzelte". Als sie dennoch welche aufbauten, betrat die Polizei gegen 23 Uhr das Gelände.
Das sagt die Polizei

Die Hamburger Polizei setzte nach eigenen Angaben am späten Sonntagabend in zwei Fällen Pfefferspray nach "Widerstandshandlungen" ein und nahm eine Person fest. Außerdem stellte sie "Schlafzelte" sicher – und berichtete von Attacken mit Farbbeuteln.

Das sagen die Demonstranten

Aktivisten berichten von mehreren Verletzten und kritisierten das Vorgehen der Polizei. "Die Hamburger Polizei verhindert eine angemeldete, rechtlich bestätigte Versammlung und bewegt sich mit ihrem Handeln klar im rechtsfreien Raum", hieß es in einer Mitteilung der Vorbereitungsgruppe des "Antikapitalistischen Camps".

Und das sagt das Verwaltungsgericht

Das Protestcamp sei erlaubt – aber eben nicht zur Übernachtung. Die Linie der Polizei wurde damit am späten Sonntagabend bestätigt.

Was uns Aktivisten vor Ort erzählt haben:


Today

Polizei räumt G20-Protestcamp bei Hamburg – um "Schlafzelte" zu verhindern

Am Donnerstag reisen Staats- und Regierungschefs zum G20-Gipfel nach Hamburg. Schon jetzt kommen die Gegendemonstranten – sie wollen sich in Protestcamps auf den Gipfel vorbereiten und Gegendemos planen.

Eigentlich soll alles möglichst entspannt laufen – doch nun gibt es ersten Ärger mit der Polizei.
  • Am Sonntag hatte die Hamburger Polizei den Aufbau eines Protestcamps im Elbpark Entenwerder blockiert. 
  • Hunderte Aktivisten standen zunächst am Mittag Dutzenden Polizisten gegenüber, die ihnen den Zutritt zum Park verwehrten.
  • Am Abend wurde das Camp dann kurzfristig freigegeben – aber mit der Auflage, dass keiner übernachten dürfe.
  • Nach Sonnenuntergang gingen mehrere Hundert Polizisten gegen die Demonstranten vor Ort vor, um trotzdem aufgebaute Schlafzelte wieder zu entfernen. Aktivisten berichten vom Einsatz von Reizgas.
Das Problem: Das Camp war eigentlich vom Hamburger Verwaltungsgericht genehmigt worden – die Aktivisten sprechen von Polizeiwillkür.