Bild: dpa / Markus Scholz

Mit Maschinenpistolen im Anschlag haben Spezialeinsatzkräfte der Polizei in der Nacht von Freitag auf Samstag das Hamburger Schanzenviertel gestürmt. Zuvor hatten dort rund 1500 Autonome mehrere Barrikaden in Brand gesetzt, Geschäfte geplündert und sich Zugang zu einer Sparkasse verschafft.

Über drei Stunden konnten militante G20-Gegner sowie mehrere tausend Schaulustige zum Feiern in das Viertel strömen. Einige machten Selfies vor brennendem Müll. Immer wieder wurden Böller gezündet und Feuerwolken stiegen mehrere Meter in den Himmel. 

Wütende Anwohner riefen den Krawallmachern zu, sie seien im Viertel unerwünscht. Manchmal zeigte das Wirkung, oft war es vergeblich.

Die Polizei schritt zunächst nicht ein, weil sie offenbar Autonome mit Molotowcocktails, Zwillen und Wurfgeschossen auf den Dächern der Häuser vermutete. Erst gegen 23 Uhr zog ein Großaufgebot auf – darunter mindestens zwei Einsatzkommandos, die sonst nur ausrücken, wenn es um Zugriffe gegen bewaffnete Straftäter oder Terroristen geht. Sie drangen in ein Haus ein und kletterten auf Dächer.

Der Einsatz: Polizisten mit Gewehr im Anschlag(Bild: dpa / Axel Heimken)

Die Räumung der Schanze erfolgte mit Tränengas, mehrere Wasserwerfer verfolgten die Krawallmacher in die Seitenstraßen. Das Viertel war weiträumig abgesperrt, Hubschrauber kreisten über der Szene. Mit einem Suchscheinwerfer wurden Dächer und Wohnungen ausgeleuchtet. In den Morgenstunden beruhigte sich die Lage.

Der Zugriff: Nach 23 Uhr stürmte die Polizei das Viertel

13 Menschen wurden festgenommen. Die Polizei sprach in der Nacht von bislang rund 200 verletzten Polizisten während des G20-Gipfels. Die Zahl der eingesetzten Beamten dürfte mittlerweile bei 21.000 liegen. Am Donnerstag hatte die Hamburger Polizei weitere Einheiten aus anderen Bundesländern angefordert.

Der Morgen danach: (Bild: dpa / Axel Heimken)

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