Bild: bento

Es ist G20-Gipfel in Hamburg und an mehreren Orten in der Stadt brennen Autos, Autonome werfen Fensterscheiben von Geschäften ein, Aktivisten versuchen, in die Sicherheitszone zu gelangen. (bento)

Doch das sind die unschönen Bilder dieses langen Gipfelwochenendes. Aber dann gibt es auch noch die hier: An den Landungsbrücken schlendern gemütlich Menschen mit Rucksäcken auf dem Rücken und Kameras in der Hand durch die Stadt im Ausnahmezustand. 

Sie schießen Urlaubsfotos, bewundern die Elbphilharmonie – nur die Helikopter am Himmel erinnern sie daran, dass hier irgendwas anders ist als sonst.

So wie diese Typen aus Wales:

Wir haben mit ihnen geredet und sie gefragt, wie sie als Touristen die Stadt während dem G20-Gipfel erleben.
Nina und Sarah, beide 19, kommen aus Stuttgart und unternehmen einen Wochenendtrip
(Bild: bento)

Wir haben diesen Trip schon vor einem halben Jahr gebucht und uns damals schon gewundert, dass alle Hotels ausgebucht sind. Jetzt sind wir in einer Airbnb-Wohnung in der Schanze. Dass jetzt G20 ist, haben wir erst vor Kurzem gecheckt – aber absagen wollten wir unseren Trip nicht.

Unsere Freunde und Familie waren auch alle cool. Meine Mutter hat gesagt, wenn ich aus dem Knast abgeholt werden muss, soll ich halt Bescheid sagen.

Ich fühle mich aber ziemlich sicher, weil ja auch so viel Polizei unterwegs ist.

Yen-Ju, 21, Ya-LAN, 29, und Hsiao-Ting, 34, aus Taiwan
(Bild: bento)

Yen-Ju: "Ich bin zum ersten Mal in Europa und war total überrascht, wie Demonstrationen hier aussehen. In Taiwan haben wir zwar auch Demos, aber die sind nie gewalttätig. 

Wir wollten hier nur Freunde besuchen, der Trip war seit einem halben Jahr geplant. Vor einer Woche erzählte mir dann ein Freund, dass hier G20 stattfindet und meinte: Ihr werdet auf jeden Fall spannende Sachen sehen.

In der Schanze sahen wir dann das ganze Wasser auf dem Boden und die zerstörten Geldautomaten. Das war schon speziell.

Es ist komisch, wie leer die Stadt ist. Besonders stören mich allerdings nur die Hubschrauber, und dass so viel geschlossen ist. Gerade wollten wir in den alten Elbtunnel, aber der ist anscheinend zu.

Wayne Ryalls, 35, und David Buck, 32, aus Yorkshire – sie sind am frühen Morgen angekommen, um hier Davids Junggesellenabschied zu feiern 
(Bild: bento)

David: "Wir haben das im Oktober gebucht und hatten keine Ahnung von G20. Dann sahen wir die Bilder vom Chaos bei BBC – dass es 70 Verletzte gab und so. Das ist schon krass. Kurz haben wir überlegt, ob wir überhaupt kommen sollten.

Wayne: "Wir schlafen in einem Hostel direkt auf der Reeperbahn – die Leute, die da rumlaufen, sehen schon komisch aus – so Hippie hoch zehn. Aber ansonsten ist ja niemand auf den Straßen, die Stadt ist tot! Was soll man denn jetzt hier noch machen?"

David: "Ich bin schon ein bisschen beunruhigt. Ich hoffe, auf der Reeperbahn bleibt es ruhig – da wollen wir nämlich vor allem heute hin."

Caroline, 29, und Bich, 25, Lehramtstudentinnen aus München
(Bild: bento)

Wir sind am Mittwoch angekommen und mussten wegen eines Polizeieinsatzes erst einmal ein Stück laufen, weil die öffentlichen Verkehrsmittel ausgefallen sind. Wir sind hier auf Seminarfahrt, wir hatten also nicht wirklich eine Wahl, ob wir herkommen wollen oder nicht. 

Während der "Welcome to Hell"-Demo waren wir im Musical und haben gar nichts mitbekommen. 

Jetzt bekommen wir immer nur Fotos von Freunden zugeschickt, auf denen brennende Autos zu sehen sind. Selbst haben wir aber noch keine gesehen und fragen uns, wo das überhaupt passiert. 

Szenen aus Hamburg – unsere Zusammenfassung im Video:


Style

Was die Welt nicht braucht: Fidget-Nippel-Spinner

Genau in dem Augenblick, in dem du denkst, der Hype um die Fidget Spinner ist schon wieder vorbei, hat jemand ein Update erfunden. Du konntest die Drehkreisel auf dem Finger balancieren, auf der Nase oder der Stirn.

Jetzt gibt es Fidget Spinner für die Nippel.

Die Idee hatte die Twitter-Nutzerin Manu aka @caritadepincel. Ein Video der Spinner im Einsatz hat auf Twitter 18.000 Likes gesammelt und wurde mehr als 7000 Mal retweetet.