Bild: bento / Lukas Schepers
Willkommen zum G20-Gipfel in Hamburg

Michael hat zum Thema Sicherheitskräfte eine sehr klare Meinung, von der er auch nicht abzubringen ist: "Viele Polizisten sind generell Arschlöcher. Sie verteidigen das Falsche und sollten lieber selber bei der Randale mitmachen." 

FINK.HAMBURG hat mit dem Mann gesprochen, der sich für G20 Gewalt vorgenommen hat – und mit einem Polizisten, der zu den Beamten gehört, die Krawallmacher beim Gipfel stoppen sollen. (Michael heißt eigentlich anders. Beide Gesprächspartner sind namentlich bekannt.)

Fink

fink-hamburg.jpg#asset:1448588Ein Beitrag von FINK.HAMBURG, dem digitalen Stadtmagazin mit Nachrichten und Geschichten aus der Hansestadt, produziert von Studierenden der HAW Hamburg. Zum G20-Gipfel übernehmen wir Beiträge mit freundlicher Genehmigung.

100.000 Demonstranten werden erwartet, die meisten friedfertig. Doch bei den Demonstrationen werden – nach Schätzungen der Polizei – auch bis zu 10.000 gewaltbereite Linke vermutlich etwa 15.000 Polizeibeamten gegenüberstehen.

(Bild: Pixabay)

Ein Polizist, der beim Gipfel im Einsatz sein wird, gibt sich im anonymen Interview gelassen: "Es ist ein Einsatz wie jeder andere auch, und den werden wir abarbeiten wie jeden anderen auch." 

Die Polizei rechnet aber fest mit einem "erhöhten Aggressionspotenzial" bei manchen Demonstranten. Michael kann das nur bestätigen: "Ich bin Punk und werfe mit Mülltonnen."

„Ich kann es kaum erwarten, den Bullen auf die Fresse zu geben.“
Michael, der Punk

Der Beamte, der schon andere Großeinsätze hinter sich hat, sagt: "Angst davor haben die wenigsten." Solche Auseinandersetzungen gehörten eben zum Job. "Sicherlich werden einige Kollegen mit Bauchschmerzen zu dem Einsatz fahren." Aber die Beamten seien ja gut ausgebildet. Aus "einsatztaktischer Sicht" gebe es durchaus Kollegen, "die gespannt darauf sind, ihren Job mal richtig ausführen zu können".

„Den Job mal richtig ausführen können“
Ein G20-Polizist

Für Michael klingt so etwas wie eine Drohung: "Die geben damit an, dass sie Leuten auf Demos auf die Backen hauen. Das macht mich wütend."

Die Polizei betrachtet sich als gut gerüstet. Während des Wochenendes im Juli wird ein Großteil der Bereitschaftspolizei aus allen Bundesländern abgezogen und in Hamburg eingesetzt. Schon durch die Vorbereitung auf den Gipfel haben viele Polizisten bereits jetzt über 100 Überstunden gesammelt. "Die Leute fehlen halt irgendwo", sagt der anonyme Polizist. Das werde aber keine Probleme verursachen, der Fokus liege nun einmal auf Hamburg.

In einem Punkt sind sich beide Seiten überraschend einig: Dass der G20-Gipfel im Zentrum der Hansestadt stattfindet, halten der Polizist und der Punk gleichermaßen für unsinnig. "Es ist unnötig, den Gipfel in Hamburg zu veranstalten. Wenn man die alle auf einen Flugzeugträger packen würde, wäre die Lage entzerrter", sagt der Beamte. Der anonyme Linksradikale sieht das genauso: "Ganz ehrlich: Lasst doch einfach die Leute in Ruhe. Die wollen das nicht. Trefft euch in Dschibuti oder sonst wo."


Fühlen

Ganz viel Liebe: Wie wir versuchen, polyamourös zu leben

Seit Luisa (24, Sozialpädagogin) und Tobias (24, Heilerziehungspfleger)  zusammen sind, hat sie mit vier anderen Männern geschlafen, er mit drei anderen Frauen. Die beiden, die eigentlich anders heißen, haben sich während ihres FSJs 2011 kennengelernt.  Ein Paar sind sie seit Juni vergangenen Jahres. Für sie war von Anfang an klar, dass sie sich gegenseitig nicht einschränken wollen – auch nicht in ihrer Sexualität. 

Sie leben in einer "polyamoren" Beziehung. Das heißt: man darf nicht nur mit mehreren Menschen schlafen. Man darf sich auch verlieben. Wir haben mit den beiden über Regeln beim Sex mit Anderen, Monogamie und Eifersucht gesprochen.