Bild: dpa/Patrick Seeger
Er hatte sie vergewaltigt und ertrinken lassen.

Der Fall von Hussein K. hat die Debatte um Flüchtlinge in den vergangenen Monaten geprägt. Für viele wurde der Asylbewerber zur Symbolfigur für die vermeintliche Bedrohung, die von Einwanderern ausgeht.

Jetzt hat ein Gericht ihn zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er die Freiburger Studentin Maria L. vergewaltigt und ermordet hat. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest – und eröffnete die Möglichkeit der Sicherungsverwahrung.

Wie lief die Tat ab?

  • Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Hussein K. im Oktober 2016 die Studentin nachts vom Fahrrad gestoßen, vergewaltigt und ermordet hat.
  • Sie ertrank nach der Tat im Wasser des Flusses Dreisam.
  • Laut Gerichtsmedizin dauerte ihr Sterben im Wasser wohl mindestens eine Stunde.
Er wusste, dass sie noch lebte, als er sie in die Dreisam legte, dass sie ertrinken würde, ertrinken musste.
Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk in der Urteilsbegründung
(Bild: dpa/Patrick Seeger)

Warum lebenslange Haft?

Weil Hussein K. nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurde. Das musste das Gericht entscheiden. Bis kurz vor dem Urteil war unklar, ob in dem Fall nicht doch das Jugendstrafrecht angewandt werden würde. Das hätte eine geringere Strafe für Hussein K. bedeutet.

  • Über das Alter des Asylbewerbers gab es unterschiedliche Angaben.
  • Hussein K. hatte angegeben, zur Tatzeit erst 17 Jahre alt gewesen zu sein und aus Afghanistan zu stammen.
  • Später gab er zu, bei seinem Alter gelogen zu haben.
  • Gutachten im Prozess zufolge war er zum Zeitpunkt der Tat mindestens 22 Jahre alt. (SPIEGEL ONLINE)
(Bild: dpa/Patrick Seeger)

Warum ist der Fall so wichtig?

Der Fall hat viele Menschen in Deutschland wütend gemacht. Rechtspopulisten versuchen, den Tod der jungen Frau für ihre Zwecke zu instrumentalisieren – und Stimmung gegen Einwanderer und Flüchtlinge zu machen.

Ein Beispiel: Facebookseiten für die Flüchtlingshilfe in Freiburg mussten ihre Profile zwischenzeitlich schließen, man kam nicht mehr hinterher mit dem Löschen rassistischer Hetze (SPIEGEL ONLINE).

Im Gerichtssaal bemühten sich Anklage und Verteidigung die Debatte aus dem Prozess herauszuhalten. Oberstaatsanwalt Eckart Berger sagte: "Es sitzt hier ein Straftäter auf der Anklagebank und nicht die Flüchtlingspolitik."


Fühlen

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Endlich gleichberechtigt verhüten?

Die Pille für den Mann wird schon länger getestet – aber ein Durchbruch blieb bislang aus. Nun haben Wissenschaftler der University of Washington in einer kleinen Klinikstudie Fortschritte gemacht. 

So wurde die Studie durchgeführt:

  • 100 Männer zwischen 18 und 50 Jahren haben teilgenommen.
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  • 28 Tage lang mussten sie teilnehmen.