Bild: Sebastian Gollnow/dpa
1500 stellten sich den Rechten entgegen.

Mehrere Männer sollen in Freiburg eine Frau vergewaltigt haben. Die Alternative für Deutschland hat deshalb am Montagabend zu einer Demonstration gegen Kriminalität von Ausländern aufgerufen. Viele Freiburger wehrten sich gegen die rechte Demo und gingen ebenfalls auf die Straße.

Was ist genau passiert?

Am Montagabend versammelten sich 80 bis 100 AfD-Anhänger, "um ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann", wie der AfD-Landtagsabgeordnete aus Baden-Württemberg, Stefan Räpple erklärte. (SPIEGEL ONLINE)

Dem Rechtsaußen der Partei und seinen Anhänger stellten sich nach Polizeiangaben etwa 1500 Menschen gegenüber, die sich in mehreren Gegendemonstrationen organisiert hatten und gegen die Instrumentalisierung des Verbrechen auf die Straße gingen.

Was war der Auslöser für die AfD-Demo?

  • Am 14. Oktober haben mehrere Männer mutmaßlich eine 18-Jährige vergewaltigt.
  • Das mutmaßliche Opfer hatte in einem Club ein Getränk von einem unbekannten Mann erhalten.
  • Kurz darauf sei es in einem Gebüsch nahe des Clubs zu einem sexuellen Übergriff gekommen.
  • Das mutmaßliche Opfer habe sich offenbar wegen der unbekannten Substanz im Getränk nicht wehren können.
  • Anschließend sollen sich noch weitere Männer an ihr vergangenen haben.
  • Sechs Tage später nahm die Polizei einen 19-jährigen Syrer fest.
  • Seine DNA stimmt mit der am Tatort überein.
  • Zudem wurden insgesamt sieben weitere Männer festgenommen – sechs Syrer und ein Deutscher.
  • Seitdem sitzen die Verdächtigen in Untersuchungshaft.

Wie reagierten die Freiburger auf die AfD-Demo?

Die Gegendemonstranten blockierten den Zug der Rechtspopulisten auf mehreren Straßen, sodass die AfD-Anhänger nur über mehrere Umwege zu ihrem Versammlungsort am Rathausplatz kamen. Dort sollte eine Kundgebung stattfinden, die aber durch lautstarke Rufe und Trillerpfeifen immer wieder unterbrochen wurde.

Als Räpple dennoch zu einer Rede ansetzte, begannen die Glocken der benachbarten St.-Martinskirche zu läuten – aus Protest gegen die Versammlung.

Das Motto der Gegendemos lautete: Nein zu sexualisierter Gewalt. Nein zu jeglicher Gewalt. Nein zu Stigmatisierung. Die Demonstranten schrien: "Ganz Freiburg hasst die AfD."

Der Oberbürgermeister von Freiburg, Martin Horn hatte vor der Demonstration zur Besonnenheit aufgerufen, später feuerte er sie an (SPIEGEL ONLINE). Mit Blick auf die mutmaßliche versuchte Vergewaltigung betonte er, es gebe in Freiburg keinen Raum für Straftäter und so furchtbare Straftaten.

Aber es gebe auch keinen Raum für Menschen, die solche grausigen Straftaten dann politisch instrumentalisierten.

Mit Material von dpa


Today

Flüchtlinge aus Mittelamerika auf dem Weg in die USA – Trump lässt das Militär aufmarschieren
Wissen zum Mitreden

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen wahr gemacht und über 5000 Soldaten an die Grenze zu Mexiko verlegen lassen (bento). Sie sollen die Grenze gegen Flüchtlinge aus Mittelamerika schützen.

Was ist da los?

Seit dem 13. Oktober ist eine große Gruppe von Menschen unterwegs. Sie starteten in der honduranischen Stadt San Pedro Sula mit dem Ziel USA. Auf dem Weg schlossen sich immer mehr Menschen an, die US-Behörden sprechen von 3000 bis 5000 Menschen. Die meisten Menschen stammen aus Honduras, Guatemala und El Salvador. Laut Medienberichten will die Mehrheit der Geflüchteten in der Stadt Tijuana bleiben, die auf der Grenze zwischen den USA und Mexiko liegt. 

Warum wollen die Menschen in die USA?

Besonders in Honduras ist die Armut extrem. Etwa Zweidrittel der Bevölkerung gilt als arm. Elendsviertel wachsen immer weiter. Der Staat leidet unter weitreichender Korruption, berichtet tagesschau.de. In den Favelas herrschen gewalttätige Gruppen, die schon Kinder zwangsrekrutieren. Wer sich gegen sie wehrt, werde umgebracht.

Der Präsidentschaftskandidat in El Salvador, Nayib Bukele, sieht den Grund für die Flucht vieler Menschen besonders im honduranischen Präsidenten: 

"Juan Orlando Hernández ist nicht demokratisch gewählt, dazu kommen Jahrzehnte von Korruption und Ausgrenzung großer Teile der Bevölkerung, nicht mal die Grundversorgung garantiert der Staat."

Laut Bukele würden viele gehen, weil sie nicht das Gefühl hätten, mit Wahlen einen Wandel herbeiführen zu können.

Wie reagiert Donald Trump?

Trump kündigte schon vor einigen Tagen an, die Geflüchteten nicht in die USA zu lassen. Durch die Stationierung von 5200 Soldaten an der Grenze zu Mexiko soll die Einreise verhindert werden.