Bild: Sebastian Gollnow/ dpa

"Völkisch" soll wieder eine positive Bedeutung bekommen. Daran müsse man arbeiten. Das forderte die AfD-Chefin Frauke Petry in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". Selbst würde sie das Wort nicht benutzen. Dass es aber immer nur negativ verwendet werde, finde sie nicht gut.

Denn "völkisch" und "rassistisch" könne man nicht gleichsetzen, findet Petry. Das sei eine unzulässige Verkürzung. Wie genau Petry das Wort wieder positiv besetzen will, erklärte sie in dem Interview allerdings nicht. (Tagesschau)

Für ihre Forderung wird Petry nun heftig kritisiert.

Warum "völkisch" problematisch ist

Es ist nicht irgendein Begriff, den Frauke Petry positiv besetzen will. "Völkisch" hat seine Bedeutung aus einer ganz bestimmten Zeit: dem Nationalsozialismus. Er ist die Grundlage für die Rassenideologie der Nationalsozialisten und wurde vor allem von ihnen verwendet. In Hitlers "Mein Kampf" kommt der Begriff oft vor.

"Ein Volk als vermeintliche Rasse betreffend" wird das Wort im Duden definiert. Das auflagenstärkste Propagandablatt der Nazis hieß "Völkischer Beobachter" (Zeit Online). Mit "völkisch" grenzten die Nazis sich von allen ab, die sie als minderwertig ansahen – zum Beispiel Juden, Dunkelhäutige oder Roma und Sinti. Der Begriff ist also historisch eindeutig mit der NS-Ideologie verbunden.

Wörter wie "Volk" oder "Volksgemeinschaft" werden benutzt, um Menschen auszugrenzen und ermöglichen eine rassistische Unterscheidung: Selbst wer einen deutschen Pass besitzt und nach dem Grundgesetz Staatsbürger ist, muss nicht automatisch zum "Volk" gehören. Wer "völkisch" argumentiert, bewegt sich in ganz spezieller Gesellschaft.

Was Kritiker sagen

Es ist nicht das erste Mal, dass die AfD den Begriff "Volk" verwendet. Ende vergangenen Jahres sprach zum Beispiel die AfD in Sachsen-Anhalt von einer "Verantwortung für die Volksgemeinschaft" (Tagesschau).

AfD-Politiker sind nicht die einzigen, die das "Volk" beschwören: Auch der bayerische Finanzminister und CSU-Politiker Markus Söder hat solche Begriffe im Sprachgebrauch. Zu Gast bei der Talk-Sendung "Anne Will" sprach er am Sonntag Abend von einer "Verantwortung für das Volk", die er als Politiker habe. (Huffington Post)


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