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Im Königreich Saudi-Arabien dürfen Frauen das erste Mal wählen – wenn auch nur die Gemeinderäte. Insgesamt gibt es 6900 Kandidaten, davon 980 Frauen. Frauen haben in dem Land traditionell wenig Rechte. Die Öffnung der Kommunalwahlen ist ein vorsichtiger wie überfälliger Schritt.

Was saudischen Frauen verboten ist
  1. Autofahren
  2. In die Öffentlichkeit gehen ohne Abaya, ein schwarzes Gewand, das den Körper von Hals bis zu den Füßen bedeckt.
  3. Reisen, ohne dass der männliche Vormund zugestimmt hat.
  4. Heiraten, ohne dass der männliche Vormund zugestimmt hat. Es gibt kein gesetzliches Mindestalter, Teenager können mit älteren Männern verheiratet werden.
  5. Arbeiten, ohne dass der männliche Vormund zugestimmt hat.
  6. In bestimmten Jobs arbeiten.
  7. Geschäfte machen. Frauen saudischer Staatsangehörigkeit sind nicht voll geschäftsfähig.
  8. Unbekannte Männern in der Öffentlichkeit treffen.
Die Benachteiligung der Frauen ist flächendeckend, ihre Abhängigkeit von den Männern lückenlos.
Zeit Online

Die Situation sieht von außen betrachtet katastrophal aus. Dabei setzte sich König Abdallah, der von 2005 bis 2015 regierte, für Frauenrechte ein wie kein saudischer König vor ihm. Langsam wollte er der konservativen Gesellschaft beibringen, dass auch Frauen Rechte haben und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können sollen.


Der neue König Salman lehnt nicht nur Demokratie ab, er hat auch Reformvorhaben wieder gestoppt, darunter etwa Sportunterricht an Mädchenschulen. Nach wie vor arbeitet nicht einmal jede fünfte Frau in dem Land – weltweiter Negativrekord.

Trotzdem verändert sich das Land. Nicht zuletzt, weil zehntausende junge Frauen im Ausland studiert haben. Außerdem sind von den rund 30 Millionen Saudis mehr als acht Millionen auf Facebook, rund drei Millionen auf Twitter.

Das macht die Herrscher nervös: Zwei Frauen hatten im vergangenen Jahr gewagt, gegen das Fahrverbot zu protestieren. Sie kamen vor Gericht. Weil sie auch im Internet gegen das Fahrverbot protestiert hatten, lautete die Anklage auf Terrorismus.

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