Bild: Now This
Zum Glück ist die Szene nun doch im Netz.

Der Historiker Rutger Bregman ist 30 Jahre alt und nicht auf den Mund gefallen. Vieles auf der Welt läuft seiner Meinung nach ungerecht. In der Kurzfassung: Reiche verstecken ihre Gelder und werden noch reicher. Von Reichen finanzierte Medien verschleiern das – und schieben lieber alles auf Geflüchtete.

Genau mit dieser Kritik an dem korrupten Wirtschaftsystem der westlichen Welt saß Rutger Bregman bei der "Fox News"-Sendung von Tucker Carlson – und das Gespräch eskalierte.

  • Tucker Carlson gilt als einer der einflussreichsten Moderatoren beim umstrittenen Sender Fox
  • Das Medienunternehmen wird vom Milliardär Rupert Murdoch finanziert und schaut gerne von Rechts auf aktuelle Themen. 
  • Oft sind Formate aber auch deutlich rechtspopulistisch, Tucker Carlsons Sendung gilt als besonders einflussreich. 
  • US-Präsident Donald Trump gilt als einer seiner eifrigsten Zuschauer.

All diese Gründe dürften dazu geführt haben, dass das Gespräch schnell aus dem Ruder lief. Denn Rutger Bregman hielt genau das Tucker Carlson vor – und der war von dem Angriff hörbar überrumpelt. Irgendwann rief er dem jungen Historiker zu, sich "zu ficken" und nannte ihn einen "Idiot".

Was genau fordert Rutger Bregman?

Er war vor Kurzem beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort kommen Geschäftsleute und Politiker aus aller Welt zusammen, um über die Probleme der Welt zu reden – Gastredner halten Vorträge. Unter anderem die Klimaaktivistin Greta Thunberg warnte in Davos eindringlich vor der globalen Erwärmung (bento).

Bregman schlug vor, Reiche stärker zu besteuern. Eine "Milliardärsklasse" würde ihr Geld auf Steuerparadiese wie die Cayman Islands schaffen, die Wirtschaft daheim kurbele das aber nicht an. Wenn ein Staat Probleme lösen könne, dann mit dem Geld, von dem Reiche sowieso viel zu viel haben. Keine neue Forderung, auch in Deutschland wird die Reichensteuer immer wieder diskutiert. 

Allerdings haben es wenige so direkt und wütend formuliert, wie nun Bregman. Genau deshalb bat ihn Carlson überhaupt zum Gespräch.

Wie lief das Fox-Gespräch ab?

Bregman ist Niederländer und wurde aus einem Studio in Amsterdam zugeschaltet. Das fertige Interview wurde nie ausgestrahlt, Bregman hat aber auf Twitter nachgefragt, wieso nicht. Und gleich mal klargemacht: Er hat selbst mitgefilmt.

In der Aufnahme ist nur Bregman zu sehen, Carlson war auf dem Monitor nicht zugeschaltet. Seine Stimme ist jedoch deutlich zu hören. Der US-Newssender "Now This" hat den Mitschnitt komplett hier veröffentlicht:

Bregman suggiert, Fox berichte lieber über Geflüchtete als über Steuerparadiese und Korruption, weil viele Moderatoren selbst mit drinhängen würden. Dann wirft er Carlson direkt vor:

Du bist ein Millionär, der von Milliardären finanziert wird.

Das will der Moderator nicht auf sich sitzen lassen, Argumente dagegen liefert er allerdings kaum. Stattdessen sagt er, Bregman könne Fox News in den Niederlanden gar nicht empfangen – wisse also nicht, was gesendet wird. "Hast du vom Internet gehört?", antwortet der Historiker. "Ich kann nicht behaupten, dass ich ein großer Freund deiner Show bin. Aber wenn du mich einlädst, mache ich meine Hausaufgaben." 

Er schließt mit einer weiteren Anschuldigung: Fox News sei nicht Teil der Lösung, sondern durch seine Themensetzung Teil des Problems. Carlson fängt daraufhin mit seinen Beschimpfungen an und bricht das Interview ab.

Durch den im Netz geleakten Clip kann den Schlagabtausch nun trotzdem jeder sehen. 

Wie reagierte Fox-Mann Tucker Carlson auf die Veröffentlichung?

Er veröffentlichte ein kurzes Statement auf Twitter. Darin sagt er, er schätze "viele Standpunkte" Bregmans. Leider habe dieser die Debatte aber in eine "offensichtlich kalkulierte Kampagne persönlicher Beleidigungen" verwandelt. 

Für die Beleidigungen entschuldigte er sich, aber in erster Linie bei seinen Zuschauerinnen und Zuschauern, sollten sie die Begriffe hören. Denn gleichzeitig habe er sie "von ganzem Herzen" benutzt:

Warum der Sender, der sonst gerne auf Krawall setzt, das Gespräch nicht trotzdem sendete? Man habe zu viel Respekt vor der Zeit des Fox-Publikums.


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