Bild: Reuters / Mohamed Abd El Ghany
Auch Lufthansa streicht Flüge in den ägyptischen Urlaubsort Scharm al-Scheich
Das ist passiert:
  • Am Samstagmorgen ist in Ägypten ein russisches Passagierflugzeug abgestürzt. Die Maschine mit der Flugnummer 7K9268 war auf dem Weg vom Urlaubsort Scharm al-Scheich nach St. Petersburg. An Bord befanden sich 217 Passagiere und sieben Crew-Mitglieder. (SPIEGEL ONLINE I)
  • Der Airbus der sibirischen Fluggesellschaft "Kogalymavia", die auch unter dem Namen "Metrojet" fliegt, war um 05.51 Uhr ägyptischer Ortszeit (04.51 Uhr MEZ) in Scharm al-Scheich gestartet; 23 Minuten nach dem Start war der Kontakt abgebrochen. (Al Jazeera)
Was wir wissen:
  • Die Absturzstelle liegt auf der Sinai-Halbinsel, unweit der israelischen Grenze. Die Gegend ist bergig und deshalb nur schwer zugänglich. (SPIEGEL ONLINE I)
  • Alle 224 Insassen des Flugzeuges kamen ums Leben. (SPIEGEL ONLINE II)
  • Bei den Insassen der Maschine handelt es sich hauptsächlich um russische Touristen: Einem Statement der ägyptischen Regierung zufolge waren 214 Russen und drei Ukrainer an Bord. (Guardian)
Angehörige am Flughafen in St. Petersburg(Bild: Reuters / Stringer Russia)
Was wir nicht wissen:
  • Warum das Flugzeug abstürzte, ist noch unklar. Russische Ermittler erklärten, dass die Maschine noch in der Luft auseinander gebrochen sei. Die Fluggesellschaft "Kogalymavia" geht deshalb davon aus, dass der Absturz durch "mechanische Einwirkung" ausgelöst worden sei; einen technischen Defekt oder einen Fehler des Piloten schließt sie aus. (SPIEGEL ONLINE V)
  • Die britische Regierung befürchtet, dass eine Bombe das Flugzeug zu Boden gebracht haben könnte. Das teilte das Amt des britischen Premierministers David Cameron am Mittwoch mit. Europäische und amerikanische Sicherheitsexperten teilen diese Vermutung. (SPIEGEL ONLINE II)
  • Wer könnte den Anschlag verübt haben? Es bestehe eine "beträchtliche Möglichkeit", dass der IS das Flugzeug zum Absturz gebracht habe, sagte der britische Außenminister Philip Hammond. (SPIEGEL ONLINE II)
  • In der Gegend um die Absturzstelle ist die Terrororganisation "Ansar Beit al-Makdis" aktiv; sie schloss sich vor einem Jahr der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) an. Am Samstagnachmittag behauptete die Organisation via Twitter, für den Absturz verantwortlich zu sein. Am Mittwoch veröffentlichte der IS erneut eine Audiobotschaft, in der er sich zu dem Anschlag bekannte. Wie die Terrorgruppe das Flugzeug zum Absturz gebracht haben will, sagt sie allerdings nicht. (SPIEGEL ONLINE VII)
  • Zahlreiche Airlines änderten vorsichtshalber ihre Flugrouten: Die Lufthansa und Air France hatten bereits am Samstag angekündigt, die Sinai-Halbinsel aus Sicherheitsgründen vorerst nicht mehr zu überfliegen (Die Welt). Inzwischen beschlossen auch Emirates, Air Arabia und Flydubai, ihre Routen zu ändern (SPIEGEL ONLINE IV). Das Bundesverkehrsministerium warnt seit Sonntag auch davor, den Südosten des Sinai zu überfliegen; zuvor bezog sich die Warnung nur auf den Norden der Halbinsel. (SPIEGEL ONLINE IV)
  • Großbritannien und die Niederlande haben inzwischen alle Flüge in den ägyptischen Urlaubsort Scharm al-Scheich gestoppt. Tausende Touristen sitzen fest. Auch die Lufthansa hat bis auf weiteres Flüge nach Scharm al-Scheich gestrichen. (SPIEGEL ONLINE VII)
Wie geht es weiter?
  • Bei den weiteren Ermittlungen wollen russische und ägyptische Behörden zusammenarbeiten; auch die französische Behörde für Flugsicherheit (BEA) schickt ein Expertenteam zur Absturzstelle. (SPIEGEL ONLINE III)
  • Momentan laufen die Auswertungen von Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder; sie sollen Hinweise auf die Absturzursache liefern. (SPIEGEL ONLINE VI)
  • Offenbar ermittelt Russland auch gegen die Fluggesellschaft; möglicherweise sei gegen Vorschriften verstoßen worden. (Deutschlandfunk)