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Wir eskalieren weiter.

Lawine

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die anhaltende Flüchtlingsbewegung mit einer Lawine verglichen: "Lawinen kann man auslösen, wenn irgendein etwas unvorsichtiger Skifahrer an den Hang geht und ein bisschen Schnee bewegt." (Tagesschau, 12.11.)

Flut

Asylflut ist ein furchtbarer Begriff aus den neunziger Jahren, der immer noch in den Medien auftaucht. Der Schriftsteller Rüdiger Safranski vergleicht in seiner Polemik Flüchtlinge mit zerstörerischen Wassermassen: "Die Politik hat die Entscheidung getroffen, Deutschland zu fluten." (Welt, 28.9.)

Geld aus dem Fluthilfefonds gibt es trotzdem nicht für Flüchtlinge. Nach der Flut von 2013 (also eine echte, mit Wasser) wurden Gelder bereitgestellt, von denen noch etwas übrig ist. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will den Hilfsfonds Fluthilfe, den Bund und Länder damals aufgelegt hatten, aber nicht für Flüchtlingshilfe umwidmen. (Augsburger Allgemeine, 22.10.2014)

Welle

Die kleine Flut. "Neue Flüchtlingswelle aus Afghanistan befürchtet", schreibt die Welt. (27.9.)

Tornado

Der Flüchtlings-Tornado ist nur noch eine Frage der Zeit. Wahrscheinlich reißt er kurz vor Weihnachten in Bayern die Dächer von den Häusern, katapultiert das Vieh Hunderte Meter in die Luft und zerkratzt den Lack fabrikneuer und emissionsarmer BMWs.

Vulkanausbruch

Der Flüchtlings-Vulkan explodiert dann in der ersten Januarwoche, Lava-Bomben gehen in der niedersächsischen Börde nieder, der Ascheregen behindert den internationalen Flugverkehr.

Tsunami

Da helfen selbst die verstärkten Deiche nicht mehr: Ein 40 Meter hoher Flüchtlings-Tsunami spült das ganze Land einmal kräftig durch. Schwaben finden sich plötzlich in Berlin Prenzlauer-Berg wieder!

Erdbeben

Weil alle anderen schlechten Vergleiche schon verbraucht sind, rufen rechte Scharfmacher im Februar 2016 das Flüchtlings-Erdbeben aus. Die Grundfesten der Republik wackeln, Putz bröckelt von den Hauswänden der besorgten Bürger. (Oder jemand hat das neue Deichkind-Album zu laut aufgedreht, man weiß es nicht.)

Apokalypse

Der Weltuntergang, darauf läuft alles hinaus. Vielleicht nicht in den kommenden paar Tagen. Aber spätestens in 900 Millionen Jahren, wenn die Sonne bei ihrer Transformation zum roten Riesen an Masse und Strahlkraft zulegt, und die Erde zur Wüste verdampft. Wer ist dann der Flüchtling, hm?

Warum es keine gute Idee ist, Menschen mit Naturkatastropen zu vergleichen, erklären wir hier.