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Eine neue Studie zeigt, wie wenig Angst in Deutschland wirklich herrscht.

Immer wieder wird in Bezug auf Migration von einer diffusen Angst vor Geflüchteten und Zugezogenen berichtet. Doch woher auch immer diese Angst kommen mag – offenbar hat sie seit dem Sommer 2015, als Deutschland den Hochpunkt der Zuwanderung erlebte, nicht zugenommen. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). (SPIEGEL ONLINE)

Was sind die Ergebnisse der Studie?

Wichtigstes Ergebnis der Studie ist, dass deutsche Staatsbürger immer noch in etwa den selben Blick auf Migration haben wie vor drei Jahren. Demnach ist die angeblich so verbreitete Angst vor Migrantinnen und Migranten nicht gestiegen. Die meisten Deutschen würden die Debatte um Asyl und Migration sehr gelassen sehen, heißt es in der Studie. Der Großteil der Befragten gehe davon aus, dass  "Flüchtlinge Deutschland kulturell wie wirtschaftlich bereichern." 

Die Autoren der Studie begründen diese Einstellung mit der kulturellen Vielfalt in Deutschland: Wer mit Migranten in Kontakt kommt, hat weniger Ressentiments.

Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die meisten Deutschen sehen Migration als Bereicherung für die Kultur und Wirtschaft des Landes.
  • Der Großteil der Befragten sieht das Zusammenleben mit Migraten "überwiegend positiv".
  • Die Mehrheit der Deutschen hat in Bezug auf Integration eine "freundliche Wahrnehmung".
  • Die Meisten Deutschen sind zwar für eine Begrenzung des Zuzugs, sind aber trotzdem bereit, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen.
  • Im Osten Deutschland ist die Ablehnung von Migraten deutlich größer als im Rest des Landes.
  • Grundsätzlich hat sich die Meinung der Deutschen über Migration und Integration seit 2015 fast gar nicht verändert.

 Auf wen treffen die Ergebnisse nicht zu?

Deutlich anders als der Großteil der Befragten antworteten jene, die bisher wenig mit Migrantinnen zu tun hatten. Dort, wo wenig Migranten leben, gäbe es demnach mehr Vorurteile und Ablehnung gegenüber Zugezogenen. Dies trifft besonders auf den Osten des Landes zu, mit der Ausnahme der Hauptstadt Berlin.

Besonders in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist die Ablehnung von Asylbewerbern und Geflüchteten seit 2015 gestiegen, während sie im Westen gesunken ist. Auffällig ist, dass besonders Männer mittleren Alters kritisch gegenüber der Einwanderung sind. 

Besonders positiv werden laut der Studie Zugezogene gesehen, die schon seit längerer Zeit in Deutschland leben. Ihr Ansehen steige im Vergleich zu dem der kürzlich ins Land Gek0mmenen, letztere würden skeptischer beäugt, so die Autoren der Studie. Es gelte daher das Prinzip "den Letzten beißen die Hunde", so die Forscherinnen und Forscher.

Wie glaubwürdig ist die Studie?

Die Studie gehört zu den größten und detailliertesten, die in diesem Themenfeld durchgeführt wurden. Insgesamt wurden mehr als 9200 Personen interviewt, darunter Personen mit und ohne Migrationshintergrund, Aussiedler und Spätaussiedler, Türkeistämmige sowie Zuwanderer aus der EU und anderen Weltregionen. 


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