Bild: dpa/Michael Kappeler

Refugees welcome - zehntausendfach klebt dieser Spruch an Wänden und Laternen im ganzen Land. Vielleicht auch irgendwo im Bundestag. Im Plenarsaal war davon gestern aber nichts zu sehen: Mit großer Mehrheit beschloss das deutsche Parlament ein Gesetzespaket "zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht". Ein Gesetz, um Flüchtlinge leichter abschieben zu können also. 

Was hat der Bundestag beschlossen?
  • Asylsuchende ohne Bleibeperspektive können verpflichtet werden, bis zum Ende ihres Verfahrens in der Erstaufnahmeeinrichtung zu bleiben
  • Wer abgeschoben werden soll, kann bis zu 10 Tage in Abschiebegewahrsam genommen werden
  • Die Behörden dürfen bei Flüchtlingen ohne Papiere die Handydaten durchsuchen
  • Sogenannte Gefährder sollen leichter mit einer elektronischen Fußfessel überwacht werden können - auch ohne Straftat

Warum ist das gefährlich?

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Verschärfung scharf. Vor allem die geplanten Handy-Durchsuchungen sorgen für Kritik, Pro Asyl spricht von einem "Hau-ab-Gesetz" und warnt vor dem "gläsernen Flüchtling", der keinerlei Privatsphäre mehr hat. Selbst die Bundesdatenschutzbeauftragte bezweifelt, ob das mit der Verfassung vereinbar ist (Migazin).

Flüchtlinge haben ein Recht auf Privatsphäre
Caritas-Präsident Peter Neher

Auch die Caritas kritisiert die geplante Überwachung und betont, dass viele Flüchtlinge auf ihr Handy angewiesen sind, "etwa um Fotos der Kinder anzuschauen, Botschaften an die Ehefrau zu senden oder private Erlebnisse mit Leidensgenossen auszutauschen". 

Nicht wenige Datenschutz-Aktivisten sagen aber noch etwas ganz anderes: Wer zulässt, dass Behörden auf den Handys von Flüchtlingen rumschnüffeln, muss sich nicht wundern, wenn sie dasselbe irgendwann mit uns allen machen.

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Wie es sich anfühlt, ständig missverstanden zu werden

Im Kopf ist alles ganz klar. Wie kurz die Haare geschnitten werden sollen, wie hoch das Gehalt für den neuen Job sein soll, und dass man sich beim Kumpel entschuldigen müsste. 

Aber manchmal fällt es schwer, die eigenen Gedanken dann mitzuteilen oder die eigene Meinung klar und deutlich auszudrücken.

Die Fotografin Olivia Felix, 28, hat ihre Bilderserie "You Got Me Wonrg" den großen und kleinen Missverständnissen des Lebens gewidmet. Der fehlgeleiteten Kommunikation. Den unpassenden Reaktionen. Selbst der Titel der Serie enthält einen Fehler: "Wonrg" statt "Wrong".