Bild: dpa/Patrick Pleul
"Andere Kinder spielen Football..."

Für Eltern gelten eigentlich nur zwei Regeln, der Rest läuft dann von selbst. Erstens: Liebe dein Kind. Und zweitens: Unterstütze es bei den Dingen, die es mag. 

Ein Vater aus Texas sieht das ein bisschen anders – und machte sich auf Twitter über sein Kind lustig, weil es an der First Lego League, einem Lego-Bau-Wettbewerb, teilnahm. 

Jesse Kelly arbeitet als Radiomoderator, nach eigenen Angaben trat er auch beim konservativen Sender Fox News auf. Am Sonntag war er ganz privat unterwegs – und fand etwas alles andere als lustig. Sein ältester Sohn nahm an einem Wettkampf der "First Lego League" teil, einem Wissenschaftswettbewerb für Kinder und Jugendliche.

Beim Wettbewerb geht es nicht um bunte Steinchen, stattdessen arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Lego Robotics, dem gehobenen Set des Spielzeugherstellers. In Teams entwerfen die Kinder Lego-Roboter, die wissenschaftliche Aufgaben lösen sollen. Die Wettkämpfe stehen unter Mottos wie "Klimawandel" oder "Nanotech".

Vater Jesse fand das dennoch albern. Auf Twitter schrieb er:

„Habe noch nie so viele depressive Väter an einem Ort gesehen. Wir denken uns alle: "Andere Kinder spielen Football..."“

In einem Thread twittert er dann aus lauter Langeweile weitere Gehässigkeiten über das Lego-Turnier.

Er macht sich über Team-Namen lustig:

Er postet ein skurriles Gif, als eine Tribüne für die Siegerehrung aufgebaut wird. Es zeigt den Militär Slobodan Praljak, der vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Kriegsverbrechen angeklagt war – und sich Gerichtssaal mit Gift getötet hat:

Und er würdigt dann sogar seinen Sohn herab. Als dieser einen Preis bekommt, meint Vater Jesse nur, die Trophäe solle er bekommen, weil der Sohn ja "das Gehirn" von seinem Vater habe:

Für seine Tweets findet der Vater allerdings wenig Zustimmung. Viele – Konservative wie Liberale – antworten ihm, dass sie Kindererziehung etwas anders sehen.

  • "Stell dir vor, stolz auf deinen Sohn zu sein und ihn für etwas zu ermutigen, das er liebt? Verrückt, richtig?"
  • "Die Welt ist voller Menschen, die im Leben Erfolg haben – trotz ihrer bescheuerten Väter."
  • "Auch ich hasse die Idee, dass meine Kinder eines Tages nützliche Talente für ihre Karriere haben."
  • "Machst du dich gerade wirklich auf Twitter über die Erfolge deines Sohnes lustig? Hilfe!"
  • "Eines Tages wird dein Ingenieurssohn diese Tweets sehen und dich in ein Altersheim stecken."

Und ein Nutzer will sich die hämischen Nachrichten von Jesse als Ermutigung ausdrucken:

  • "Ich werde mir diese Tweets ausdrucken und an die Wand hängen. Immer, wenn ich das Gefühl habe, meinen Kindern kein ausreichend guter Vater zu sein, sehe ich, was ein wirklich schrecklicher Vater ist und finde Trost darin, nie solch ein großes Arschloch zu werden."

Was viele Nutzerinnen und Nutzer auch anmerken: Der Vater sei ein gutes Beispiel für "toxische Männlichkeit"

Der Begriff beschreibt einen Mix aus altertümlichem Männerbild, Selbstanspruch und ziemlich kaputten, anerzogenen Verhaltensweisen. Viele Männer leiden unter dem an sich selbst gestellten Anspruch, ein "echter Mann" zu sein – und keilen daher umso härter aus, wenn jemand gegen dieses Rollenbild verstößt. (bento)

Seinen Sohn herabzuwürdigen, weil er lieber Roboter baut als auf dem Sportplatz zu stehen, passt da in das Schema. Noch dazu, weil der Vater – wenn auch mit geposteten Gifs augenzwinkernd – wohl nur im Alkohol eine Lösung dieses "Problems" sieht.

Die American Psychological Association, der nach eigenen Angaben weltgrößte Zusammenschluss von Fachleuten aus der Psychologie, hat Ende 2018 die "toxische Männlichkeit" als Ursache vieler Probleme in die Handreichung zur Behandlung von Männern und Jungen mit aufgenommen. 

Und selbst eine Rasierer-Werbung bringt nun das Thema auf die Tagesordnung:

Hinweis: Zu einem eingebeteten Tweet haben wir geschrieben, dass der Vater ein Alkohol-Gif gepostet hat. Im Gif geht es aber um einen Angeklagten, der im Gerichtssaal Gift schluckt – das haben wir korrigiert.


Streaming

Gladiatoren-Prüfung und Post vom Finanzamt: Die besten Tweets zu Tag 10 im Dschungelcamp

An Tag zehn im australischen Dschungel heißt es für die gesamte Truppe: Ab zur Prüfung – und dort räumen die verbliebenen Teilnehmer ordentlich ab. Der gemeine RTL-Zuschauer wittert da natürlich sofort viel zu leichte Aufgaben. 

Zudem gab es Post von daheim und am Ende muss einer gehen, einige würden sagen: zurecht. 

Doch am witzigsten ist das Dschungelcamp natürlich nach wie vor mit Twitter – darum sind hier die besten Tweets der zehnten Folge:

Es geht schon gleich los zur Gladiatoren-Dschungelprüfung, doch zuerst gibt es noch andere wichtige Dinge zu (er)klären: