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Von gescheiterten Anschlägen und einer Revolution, die einst Freiheit versprach.

Der ehemalige kubanische Machthaber und Revolutionsführer Fidel Castro ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das gab sein Bruder, Staatspräsident Raúl Castro, am Freitagabend im staatlichen Fernsehen bekannt. Fidel Castro hatte Kuba 47 Jahre lang regiert.

Castro und seine Anhänger eroberten 1959 nach harten Guerillakämpfen Havanna und wurden so endgültig zum Vorbild für Millionen Kubaner. Einerseits kämpfte Castro gegen soziale Ungerechtigkeit und Armut. Andererseits errichtete er einen sozialistischen Staat, die Opposition unterdrückte er. Schon in den ersten Jahren nach seiner Machtergreifung ließ er Hunderte Kritiker hinrichten.

Diese vier Dinge musst du über Fidel Castro wissen:

1. Seine Reden dauerten oft stundenlang.

Castro hatte eine dünne Stimme, gerade zum Ende seines Lebens war das Wort trotzdem seine schärfste Waffe. Er schrieb lange Essays, seine Reden dauerten oft fünf bis sieben Stunden. Meist griff der charismatische Machthaber seinen Erzfeind an, die kapitalistische USA.

Bei der UN-Vollversammlung in New York gibt es eine rote Lampe, die Redner zum Schweigen auffordert, wenn sie ihre Redezeit überziehen. Castro warf einfach ein Taschentuch über die Lampe. (SZ)

Geboren wurde Castro laut offizieller Biografie am 26. Juli 1926 in Biran im Osten Kubas. Das genaue Geburtsdatum ist aber umstritten.
Er regte sich schon als Kind über die sozialen Verhältnisse auf der Insel auf.
Als junger Rechtsanwalt nahm er den Kampf gegen den Diktator Fulgencio Batista auf.
1953 überfiel er mit einer winzigen Truppe von 115 Kämpfern die zweitgrößte Kaserne des Landes - und scheiterte.
Nach einigen Jahren im Exil in Mexiko landete er 1956 mit seinen Mitkämpfern auf Kuba und begann in den Bergen den Guerillakampf. 1959 zog er siegreich in Havanna ein.
Castro setzte nach und nach sein sozialistisches System durch, verstaatlichte Unternehmen, nahm Großgrundbesitzern das Land weg und verteilte es an Kleinbauern.
Damit machte er sich die USA zum Feind, die die Insel mit einem Handelsembargo belegten. Unterstützung gab es hingegen von der damaligen Sowjetunion.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stürzte Kuba 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise. Doch das sozialistische System überlebte.
Fidel und sein Bruder rangen sich zu marktwirtschaftlichen Reformen durch.
2006 musste Castro wegen schwerer Darmblutungen notoperiert werden. Im Juli des Jahres legte er seine Ämter nieder. Präsident wurde sein Bruder Raúl.
2015 nahmen Kuba und die USA wieder diplomatische Beziehungen auf, Obama besuchte Havanna.
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2. Er überlebte nach eigenen Angaben 637 Attentatsversuche.

Ob es wirklich so viele Attentate waren, werden wir wohl nie erfahren. Die CIA plante zwischen 1960 und 1965 aber immerhin mindestens acht. Ein sozialistischer Staat, nur knapp 150 Kilometer von der Küste der USA entfernt – das sollte verhindert werden.

Der Geheimdienst engagierte deshalb Mafiosi als Auftragskiller, schmuggelte Giftpillen nach Kuba und überlegte, eine Muschel mit Sprengstoff zu präparieren, weil Castro leidenschaftlicher Taucher war. Alle Versuche schlugen fehl. Selbst die Idee einer von Castros Zigarren mit Gift zu präparieren, führte nicht zum gewünschten Erfolg. (Mehr dazu bei SPIEGEL PLUS)

(Bild: dpa)
3. Er kämpfte mit Che Guevara und seinem Bruder Raul Castro gegen den korrupten Diktator Fulgencio Batista – und gewann.

Am 8. Januar 1959 zog er mit seiner Gruppe vollbärtiger Guerillas in Havanna ein. Es war ein Triumphzug, die Kubaner strömten auf die Straße und empfingen ihn jubelnd. Castro war damals 32 Jahre alt. (Die Welt)

Auf dem Weg nach Havanna – Castro und Rebellen 1959(Bild: Keystone/Getty Images)
4. Er versprach den Bürgern Freiheit – und unterdrückte die Opposition.

Castro trat mit dem Versprechen an, dem Volk die politische Freiheit zurückzugeben, immerhin hatte er gerade einen korrupten Putschisten aus dem Amt gejagt. Unter Batista war Kuba zu einem amerikanischen Bordell und Paradies für Kriminelle verkommen. Tatsächlich investierte Castro viel Geld in das Bildungs- und Gesundheitssystem. Es gilt heute als eines der besten Lateinamerikas – trotz jahrelangen Handels-Embargos der USA (SPIEGEL ONLINE).

Die Demokratie wurde aber schnell zur Nebensache. Die Anhänger Batistas bezeichnete er als Kriminelle und ließ sie hinrichten und einsperren, Kritiker und Oppositionelle unterdrückte Castro. Wie viele Menschen er genau hinrichten ließ, ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von rund 5000 aus. Hunderte ertranken bei der Flucht im Meer. Auch deswegen feierten die Exilkubaner am Samstag in Miami seinen Tod. “Freiheit!” und “Der Alte ist tot!” riefen sie.

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Gerechtigkeit

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