Bild: Maik Börner / dpa
So reagierte die Band.

"Feine Sahne Fischfilet" kommt gerade nicht zur Ruhe. Ein Konzert der Band im Alternativen Jugendzentrum AJZ in Chemnitz musste wegen einer Bombendrohung während des Auftritts der Vorband unterbrochen werden. Nachdem die Polizei das Gebäude durchsucht und keine Bombe gefunden hatte, konnte die Veranstaltung wie geplant stattfinden. (Freie Presse

Erst vor ein paar Tagen musste eine Vorstellung der "Feine Sahne"-Doku "Wildes Herz" in Schleswig Holstein abgesagt werden – auch wegen einer Bombendrohung. Nazis hatten mit einem Anschlag gedroht.

Die Polizei sprach davon, dass eine anonyme Drohung per Telefon eingegangen sei. Weiteres ist bisher nicht bekannt. Ein rechter Hintergrund liegt aber nahe: Die Band, die sich gegen rechts engagiert, ist für Nazis ein klares Feindbild

Laut "Freier Presse" wurde im Vorfeld in rechtsradikalen Facebook-Gruppen dazu aufgerufen, das Konzert gewaltsam zu verhindern

Wie reagierte "Feine Sahne Fischfilet"? 

Sänger Monchi beruhigte die Fans vor dem evakuierten Gebäude. Auf Instagram schrieb er: 

Die örtlichen Faschos versuchen offensichtlich, den Auftritt jetzt mit allen Mitteln zu verhindern, nachdem sie sich mit den Gewaltandrohungen der letzten Tage nicht durchsetzen konnten.

Die Vorband "Aktenzeichen" spielte ein Akustik-Konzert auf der Straße und Monchi versprach, Getränke und Decken für die frierenden Fans zu organisieren.

Nach knapp eineinhalb Stunden Durchsuchung des AJZ gab die Polizei dann Entwarnung, das Konzert konnte stattinden. 


Gerechtigkeit

May wankt, verteidigt aber ihren Entwurf zum EU-Austritt: Die wichtigsten News zum Brexit
Der Rückhalt der Premierministerin schwindet.

Am Mittwoch hat die britische Regierung sich endlich auf einen Entwurf für ein Brexit-Abkommen geeinigt. Es war ein erster Erfolg für Premierministerin Theresa May – der aber nur von kurzer Dauer war. Am Donnerstag traten zwei ihrer Minister zurück, möglicherweise kommt in ihrer Fraktion ein Misstrauensvotum auf sie zu. Am Abend trat May vor die Presse und verteidigte ihren Entwurf – von ihrem Kurs abkommen will sie offenbar nicht.

Was war vorher passiert?

Am Donnerstag legten Brexit-Minister Dominic Raab und Arbeitsministerin Esther McVey ihre Ämter aus Protest nieder – sie beide sind Befürworter des Brexit und der Meinung, May habe bei den Verhandlungen mit der EU zu viele Kompromisse gemacht. Auch mehrere Abgeordnete der Regierung und der Konservativen Partei traten zurück.

Der einflussreiche Politiker Jacob Rees-Mogg von Mays Partei sprach der Premierministerin sein Misstrauen aus. Damit tatsächlich über sie abgestimmt wird, sind 48 entsprechende Briefe von Parlamentariern aus der Konservativen Partei notwendig. Diese Zahl war Medien zufolge bereits seit Monaten beinahe erreicht. Rees-Mogg steht einer Gruppe von rund 80 Brexit-Hardlinern in der Fraktion vor.

Ob die Gruppe May wirklich stürzen kann, ist aber noch unklar. Sie braucht dafür eine Mehrheit der 315 konservativen Abgeordneten. Sollte May bei der Abstimmung als Siegerin hervorgehen, bliebe sie vorerst in ihrer Position – denn eine Misstrauensabstimmung kann es nur einmal im Jahr geben. 

Was bedeutet das für den Brexit?

Ob das britische Parlament dem Entwurf der Regierung zustimmt, ist völlig ungewiss. Da offensichtlich auch innerrhalb der Konservativen Partei der Widerstand groß ist, bleibt es fraglich, ob May für ihren Deal eine Mehrheit zusammen bekommt. 

Das Unterhaus wird wohl erst im Dezember über das Abkommen abstimmen – die EU verlassen wird Großbritannien bereits im März 2019.