Bild: dpa/Hendrik Schmidt
Sie wollten eine Doku über "Feine Sahne Fischfilet" sehen.

Im Frühjahr lief die Doku "Wildes Herz" in den deutschen Kinos an. Sie thematisiert, wie sich die Band Feine Sahne Fischfilet gegen Rechtsextremismus engagiert und jungen Menschen auf dem Land eine Perspektive gibt. Der Film wird als "besonders wertvoll" eingestuft, bundesweit können ihn derzeit Schüler im Rahmen einer Schul-Kino-Woche ansehen.

In Schleswig-Holstein wurde nun jedoch eine Vorstellung der "Feine Sahne Fischfilet"-Doku für eine Klasse abgesagt – weil Unbekannte mit einem Anschlag gedroht hatten.

Was war passiert?

Die betreffende Schule aus der Gemeinde Timmendorfer Strand sowie das Kino in Bad Schwartau hatten im Vorfeld Drohmails erhalten. Darin schrieben laut "taz" selbst ernannte "Enkel von Adolf Hitler" das Kino mit Sturmgewehren zu überfallen sowie es in die Luft jagen zu wollen. Die betreuenden Lehrer wurden als "Volksverräter" beschimpft.

Die Polizei nahm die Schreiben ernst und sagte die Vorführung aus "Sicherheitsbedenken" ab. Es handele sich allerdings um einen Einzelfall – weitere Vorführungen sind nicht betroffen (NDR).

Das ist der Trailer zu "Wildes Herz":

Wie geht es weiter?

Die Doku soll nicht nur in Schlewswig-Holstein gezeigt werden, auch andere Bundesländer nehmen an der Schul-Kino-Woche teil. Die Schulbehörden sind über den Fall informiert, wollen aber keine Vorstellungen absagen.

Die Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) betont in einer Mitteilung, sie halte nichts davon, den Film aus dem Programm der Schulvorführungen zu nehmen. "Es ist nicht hinnehmbar, dass eine pluralistische Gesellschaft vor extremistischen Drohungen in die Knie geht und sich in ihren Freiheiten beschneiden lässt", schreibt sie. Der Film – auch wenn man ihn nicht möge – sei durch die Kunstfreiheit geschützt.

Aber manchmal reicht anscheindend schon eine Mail von selbsternannten "Enkeln Hitlers" aus, um diese Freiheit in Gefahr zu bringen.


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