Bild: dpa/FC St. Pauli/bento
Kritik gibt es allerdings auch von anderer Seite.

Viel Schaum um nichts: Der FC St. Pauli hat ein Duschgel mit dem Namen "Anti-Fa" auf den Markt gebracht – und deshalb jetzt viel Ärger. Denn Kritik gibt es nicht nur von denen, denen die Aktion gilt – also von Rechtsradikalen und Neonazis. Sondern auch von ganz anderer Stelle. 

Doch von vorn: Mit dem Duschgel und der Softcreme "Anti-Fa" wollen der Hamburger Fußballklub und eine örtliche Drogeriemarktkette ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Der Name ist offensichtlich eine ironische Anspielung auf das bekannte Duschgel der Marke "Fa". 

Slogan der beiden Antifa-Produkte: "Die wilde Frische von der Straße". 

Die Produkte sind vegane Naturkosmetik, der Gewinn soll an die Initiative "Laut gegen Nazis" gehen. 

Soweit, so typisch St. Pauli. Der Verein engagiert sich seit Jahren politisch für Geflüchtete und gegen Rechtsextremismus. Viele Fans feiern den Klub für seine klare Haltung – unabhängig davon, ob es gerade sportlich gut oder eher schlecht läuft. Das sorgte immer wieder für Kritik. Und bei den Fans und Spielern oft für noch mehr Geschlossenheit.

Auch jetzt kritisieren die üblichen Verdächtigen das politisch gemeinte Duschgel. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hess erklärte in einer Pressemitteilung: 

„Das ist inakzeptabel. Ein gemeinnütziger Verein darf Antifa nicht als Kultmarke etablieren.“

Seiner Meinung nach ist das Duschgel offenbar ein Zeichen von Undankbarkeit gegenüber der Polizei: "Jedes Wochenende sorgen Tausende von Polizisten bei Profi-Fußballspielen für Sicherheit. Mit dem Antifa-Duschgel verhöhnt der FC St. Pauli all jene Kollegen."

Schließlich wirft er dem Klub vor, sich mit einer "linksextremistischen Gruppierung" zu solidarisieren, "aus deren Umfeld immer wieder massive, teils sogar bewaffnete Angriffe auf Polizeibeamte verübt werden". Dieser Vorwurf wird Antifa-Aktivisten von konservativen und rechten Politikern immer wieder gemacht.

Doch auch von anderer Seite gibt es Kritik an dem Duschgel. Die Firma Henkel, Hersteller des echten "Fa"-Duschgels, fürchtet mögliche Namensverwechslung und sorgt sich offenbar um ihren Ruf. In einem Statement heißt es, man prüfe mögliche Konsequenzen. 

Ob das Benefiz-Shampoo deshalb kurz nach dem Verkaufsstart schon wieder vom Markt verschwindet, ist bislang noch unklar. Der FC St. Pauli hat bislang noch nicht öffentlich auf die Kritik reagiert.

Für die Empörung und Kritik der AfD hat der Hamburger Klub dagegen nur eine kurze Antwort übrig. Sie lautet:

„Wenn sich solche Leute aus dieser Partei aufregen, haben wir etwas richtig gemacht.“
St.-Pauli-Geschäftsführer Andreas Rettig

Gerechtigkeit

Alles, was an Friedrich Merz' Aussagen zum Asylrecht falsch ist
Was er gesagt hat – und wie die Fakten wirklich liegen.

Die CDU steckt im Wahlkampf mit sich selbst. Seit Bundeskanzlerin Angela Merkel den Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt hat, reisen die drei aussichtreichsten Kandidaten Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz durchs Land und buhlen um Aufmerksamkeit. 

Wie man Aufmerksamkeit bekommt, hat nun Friedrich Merz mit einer umstrittenen Forderung zum Asylrecht gezeigt.

Auf einer CDU-Regionalkonferenz im thüringischen Seebach stellte Merz das deutsche Asylrecht infrage. Für eine neue europäische Flüchtlingspolitik müsse man den Umgang mit Geflüchteten in Deutschland neu überdenken. Die Aussage hat innerhalb der CDU – und darüber hinaus – für viel Diskussionen gesorgt. 

Vor allem, weil sie voller Fehler ist. Die wichtigsten Antworten:

1 Was genau hat Friedrich Merz gesagt?

Seine Äußerungen kamen relativ am Ende der Podiumsdiskussion. Unter anderem forderte Merz "konsequentes Abschieben", das notfalls der Bund den Ländern abnehmen soll – und bessere Integration für Kinder, die müssten möglichst früh die deutsche Sprache lernen.

Diskutiert wird aber vor allem diese Passage:

  • "Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, das ein Individualrecht auf Asyl in seiner Verfassung stehen hat. Dieses Indiviualgrundrecht auf Asyl richtet sich an alle Menschen auf der Welt, die nach Deutschland kommen wollen und einen Asylgrund vortragen – also politische oder religiöse Verfolgung. Ich bin schon seit langer Zeit der Meinung, dass wir bereit sein müssten, über dieses Asylgrundrecht offen zu reden, ob es in dieser Form fortbestehen kann, wenn wir ernsthaft eine europäische Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik wollen."

Hier kannst du dir die komplette Aussage ab Minute 5:00 anhören: