Bild: Symbolbild eines Bayern-Fans/ Tobias Hase/dpa

Vorerst können sich die Bayern-Fans wieder etwas entspannen. Am Samstag gewann der Verein 3:1 gegen Wolfsburg, vier Punkte Rückstand sind es jetzt bis zu Borussia Dortmund, dem Tabellenführer.

Aber die berüchtigte Pressekonferenz der Bayern-Bosse – so kann man den Auftritt nach zwei Tagen durchaus schon bewerten – hat gezeigt, die Stimmung ist nach einer bislang durchwachsenen Saisonleistung aufgeheizt. (bento)

Eine kurze Zusammenfassung: Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß hatten Medien, Ex-Spieler und TV-Experten beschimpft. Ihre kritische Berichterstattung sei nicht zu akzeptieren, man werde unter Umständen rechtlich dagegen vorgehen. Rumenigge erinnerte an Artikel 1 des Grundgesetzes. "Die Würde des Menschen ist unantasbar", während Hoeneß kurze Zeit danach einen ehemaligen Spieler übelst beleidigte. 

Aus der Abrechnung mit den Medien wurde: ein PR-Desaster. Der Tenor vieler Reaktionen: einfach nur peinlich.

Auch bislang treue Bayern-Fans zweifeln an ihrem Lieblingsverein. 

Bei SPIEGEL ONLINE erklärte Journalist Marco Fuchs seine Beweggründe, nicht mehr mit den Bayern zu sympathisieren. Aber auch auf Twitter und Facebook meldeten sich zahlreiche Fans und erklärten ihre Fanliebe für beendet.

Wikipedia sagt, es war der 15. Mai 1974. Ich war zehn Jahre alt und saß im Schlafanzug auf einem roten Froteehandtuch...

Posted by Mathias Adler on Friday, October 19, 2018

Die "Welt" hat einige dieser Reaktionen bereits zusammengefasst. In einer geschlossenen Gruppe von FC-Bayern-München-Fans teilte einer der Vereinsanhänger diesen Artikel und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Mehr als 16.000 Fans haben sich in der Gruppe zusammengetan, Dutzende von ihnen kommentierten die Pressekonferenz. 

Da die Facebook-Gruppe nicht öffentlich ist, werden wir hier keine Namen nennen und die Urheber auf Screenshots unkenntlich machen. 

Es zeigt sich: Kritik an ihrem Verein können auch viele der Hardcore-Fans nicht vertragen.

"Reisende soll man nicht Aufhalten... Mia San Mia 4Ever", schrieb jemand über die Fans, die sich kritisch äußerten. Ein anderer: "einmal bayern immer bayern. mir ist die pk von der führungsetage sowas von egal ihr seot alles nur erfolgfans."

Oder auch:

Hau ab, scheiss Erfolgsfan.

Seit Freitag gab es immer wieder Beiträge über die Wutkonferenz von Hoeneß und Rumenigge. 

Innerhalb der Gruppe gab es zwei Fronten. Die einen, die dem FC Bayern so treu ergeben sind, dass sie keinerlei Kritik an ihm zulassen. Und die, die zwar Bayern-Fans sind, aber ihre Führungsriege trotzdem kritisch sehen.

Viele stimmten der Medienkritik zu. Auf die Bayern-Spieler lassen sie nichts kommen. Ein Bild aus der Gruppe:

Dieser Fan hält das Nörgeln der Bayern-Bosse hingegen für unangebracht:

Ein anderer schrieb, es sei "definitiv Zeit für einen Machtwechsel, Uli hat sehr viel gemacht für den FC Bayern aber irgendwann sollte auch mal Schluss sein." Andere sprachen davon, dass es Zeit sei, in Rente zu gehen. 

Doch wer es in der Gruppe wagte, die Chefs zu kritisieren, der bekam immer wieder eine in Fankreisen harte Beleidigung zu hören: "Erfolgsfan".

Gemeint sind diejenigen, die dem Verein nur treu zur Seite stehen, wenn es mal gut läuft. Doch dagegen wehrten sich einige. Denn wer die Pressekonferenz kritisiert, ist noch lange kein "Erfolgsfan":

"Man darf nichts kritisieren ohne den Stempel "Erfolgsfan" zu kriegen.. finde ich scheiße und ich kann das Wort nicht mehr hören wenn ich ehrlich bin.. die Pk war unterste Schublade und wer das nicht schnallt dem kann man mit sachlichen Argumenten nichts erklären.. 🤷🏻‍♀️ viel Mimimi um nichts.. 🤦🏻‍♀️"


Today

Demo "Schanzenfest" beim YouTuber Drachenlord mit Großaufgebot der Polizei verhindert

Mit einem Großaufgebot ist die Polizei am Wochenende erneut im beschaulichen Örtchen Altschauerberg angerückt. 

Die Einwohner des 40-Seelen-Dorfes müssen regelmäßig von den Beamten geschützt werden - zuletzt Ende August: Etwa 10.000 Menschen hatten damals online zu der Veranstaltung mit dem Titel "Dem Drachen das Fürchten lehren!" zugesagt. (bento)

In Altschauerberg, etwa eine halbe Autostunde von Nürnberg entfernt, lebt nämlich der Youtuber "Drachenlord1510" - und der hat viele Feinde. "Im Internet hatte es mehrere Termine gegeben, an denen hier Veranstaltungen stattfinden sollten. Der Samstag ist als wahrscheinlichster übriggeblieben", sagte Polizeisprecher Rainer Seebauer vom Präsidium Mittelfranken laut "tz". Der Einsatz dauerte ihm zufolge bis Sonntagmorgen.

Mehreren Medienberichten zufolge standen an jeder Ecke Polizeifahrzeuge, um das im Netz angekündigte "Schanzenfest" zu verhindern. 

Zufahrten zu dem Dorf wurden abgesperrt, Uniformierte patrouillierten auf den Straßen, Einwohner mussten sich ausweisen. Die befürchteten Proteste blieben aus.