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Klären wir das – ein für alle Mal!

Es ist Fastenzeit! Die beste Zeit für Menschen, die sich ohnehin Sorgen um den anstehenden Wechsel von Winter- zu Sommergarderobe machen, endlich mal – jetzt aber wirklich! – die Ernährung umzustellen: den Zucker weglassen, den Alkohol auch, keine Fertigprodukte, einfach kein ungesunder Mist mehr! Oder, so die kleinlaute Stimme im eigenen Kopf nach der ersten Sünde, vielleicht schafft man wenigsten ein paar Entgiftungstage? Fasten light? Sich von innen so richtig reinigen?

Denn schließlich sammelt sich alles Mögliche in unserem Körper, was da dringend mal raus gespült werden muss – das zumindest suggerieren sehr viele Anzeigen für Saft-Cleanses, Detox-Programme oder Entschlackungskuren. Aber kann man seinen Körper wirklich "entgiften"? Oder ist der Saft die Hostie für Atheisten: Wer dran glaubt, dem hilft es. Wir haben bei Manuela Marin vom Berufsverband Oecotrophologie nachgefragt.

Was bedeutet Entschlacken überhaupt?

 "Um das Thema Entschlacken gibt es viele Diskussionen“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Marin. "Einige Forscher behaupten, der Körper entgifte ganz automatisch über Organe wie Niere, Leber, Lunge und Haut. Andere sind der Meinung, dass sich trotzdem Giftstoffe in den Zellen ablagern.“

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Es kann also sein, dass man den Körper nicht entgiftet. Spricht trotzdem irgendetwas dafür, eine Zeit lang nur Saft zu trinken oder komplett auf feste Nahrung zu verzichten?

Während der meisten Kuren wird sehr viel getrunken. Das, so Marin, machten wir im Alltag häufig nicht – und es sei gesund. Zudem würden wir Magen und Darm so nach vielen schweren Wintermahlzeiten eine ruhigere Phase gönnen. Und wir würden unser Essverhalten hinterfragen, einfach, weil wir uns damit beschäftigen.

"Es geht darum, sich bewusst zu machen, was man eigentlich alles isst. Man kann sich und seine Ernährung in so einer Situation sehr gut auf den Prüfstand stellen", sagt Manuela Marin. Diese Erkenntnisse wirkten sich im Idealfall auf unsere Ernährung nach Ablauf des Cleanses aus: Vielleicht trinken wir dann mehr. Oder merken, dass wir auch ohne Fastfood leben können. Und dass ein grüner Gemüsesaft voller Vitamine gar nicht so schlecht ist.

Apropos Gemüsesaft – was hat es mit den "Juice Cleanses“, also den „Saftkuren“ eigentlich auf sich?

Profitiert unser Körper davon, wenn wir jeden Tag nur Saft trinken? "Wenn die Säfte hochwertig sind, bekommt man immerhin wichtige Mineralstoffe und Vitamine“, sagt Manuela Marin. "Man sollte dann vor allem auf Gemüsesäfte setzen und weniger Fruchtsäfte nehmen, denn die enthalten viel Fruchtzucker.“ 

Allerdings fehlen dem Körper in der Zeit auch einige wichtige Stoffe, wie Ballaststoffe oder essentielle Fettsäuren. Deshalb ist es wichtig, dass man sich vorher gut informiert und sich beraten lässt. Bei Smoothie-Fasten sollten wir genau hinsehen, was in den Drinks steckt: Denn Smoothies enthalten neben Vitaminen und Nährstoffen teilweise viele Kalorien, sodass wir auf körperlicher Ebene nicht wirklich verzichten.

Und wie ist das mit dem Phänomen, dass wir uns emotional besser fühlen?

Lass uns Freunde werden!

Wenn es gut läuft, wirken sich Fastenprogramme nicht nur auf den Körper aus: Viele Menschen erzählen, dass sie plötzlich total klar im Kopf werden, dass sie viel ausgeglichener und ruhiger sind als sonst. Woher kommt das? „Nach etwa zwei Tagen ohne feste Nahrung entwickelt sich kein Hungergefühl mehr“, sagt die Expertin. "Der Körper schüttet bestimmte Hormone aus, die Glücksgefühle auslösen. Es entwickelt sich ein richtiges Hochgefühl.“ Was außerdem hilft: Wer die Cleanse ganzheitlich betrachtet und nicht einfach in einer 50-Stunden-Arbeitswoche auf jegliche Nahrung verzichtet (was nicht empfehlenswert wäre), fährt auch in anderen Lebensbereichen runter. Weniger Stress, weniger Zeit am Handy, weniger Instagram, Eilmeldungen und Sprachnachrichten.

Viele hoffen ja vor allem, ein paar Kilos zu verlieren. Sind Cleanses dafür geeignet?

"Natürlich nimmt man anfangs ab“, sagt Manuela Marin. "Aber zu 99 Prozent sind die Kilos in den nächsten Wochen wieder drauf. Der menschliche Körper ist ja keine Maschine, bei der man mal etwas einwerfen kann und dann wieder nicht. Der Stoffwechsel muss auf die Umstellung reagieren und er ist oft etwas träge.“

Deshalb kommt es nach dem Fasten oft zum altbekannten Jojo-Effekt – schlimmstenfalls ist die Zahl auf der Waage nachher höher als vorher.

 


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Zwei Typen haben mit dem Trenchcoat-Trick versucht, billiger ins Kino zu kommen

In Comics und Cartoonserien ist die Szene ein Klassiker: Wenn zwei zu jung sind, um ins Kino zu dürfen, hockt sich der eine auf den anderen und dann werfen sie sich einen Trenchcoat über. So wird aus zwei kleinen Kerlen ein großer – und sicher fällt niemandem auf, wie schief der Gang im Trenchcoat ist.

Nun haben zwei Typen diesen Trick probiert, um "Black Panther" sehen zu können.

Nicht, dass sie zu jung für den Film sind. Sie wollten einfach nur ein "Zwei für eins"-Angebot aushandeln. Oder jede Menge Lacher im Kino abgreifen.