Bild: Christian Ohde / Imago
Ziemlich erschütternd.

Lügenpresse-Vorwürfe, Troll-Bots und russische Hackerangriffe - vor der Bundestagswahl warnten deutsche Behörden vor Fake News im Bundestagswahlkampf. Die Sorge war groß.

Schon einige Wochen vor dem Wahlsonntag gaben Sicherheitsbehörden und Medien jedoch Entwarnung. Die befürchtete Fake-News-Welle sei nicht eingetreten. Dennoch gibt es offenbar genug Deutsche, die Falschmeldungen glauben. Eine repräsentative Studie der Stiftung "Neue Verantwortung" belegt dies nun.

Worum geht es in der Studie?

Für die Studie wurden im Anschluss an die Bundestagswahl 1037 Wähler repräsentativ befragt. Es ging darum, die Wahrnehmung und Bedeutung von Fake News anhand empirischer Daten nachzuvollziehen. Unter anderem wurden den Teilnehmern wahre und falsche Aussagen vorgelegt, die diese dann entsprechend einordnen sollten.

Im Zentrum der Studie stand eine Frage: Sind Deutsche genauso anfällig für Falschmeldungen wie beispielsweise die Amerikaner? Die Ergebnisse überraschen. 

Diese sechs Meldungen sind falsch und werden trotzdem häufig geglaubt:
Weiße Anführungszeichen
Der CDU-Wahlspruch 'Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben' stammt von einem SED Plakat.

Das haben geglaubt:

  • 28 Prozent (aller Befragten)
  • 32 Prozent (der AfD-Wähler)
  • 39 Prozent (der B90-Grüne-Wähler)
Weiße Anführungszeichen
Im baden-württembergischen Schorndorf randalierten 1000 Migranten auf einem Volksfest.

Das haben geglaubt:

  • 30 Prozent (aller Befragten)
  • 44 Prozent (der AfD-Wähler)
  • 20 Prozent (der B90-Grüne-Wähler)
Weiße Anführungszeichen
Flüchtlinge bekommen in Deutschland kostenlos einen Führerschein vom Staat finanziert.

Das haben geglaubt:

  • 14 Prozent (aller Befragten)
  • 41 Prozent (der AfD-Wähler)
  • 4 Prozent (der B90-Grüne-Wähler)
Weiße Anführungszeichen
59 Prozent der Flüchtlinge haben keinen Schulabschluss.

Das haben geglaubt:

  • 56 Prozent (aller Befragten)
  • 75 Prozent (der AfD-Wähler)
  • 40 Prozent (der B90-Grüne-Wähler)
Weiße Anführungszeichen
Margot Käßmann bezeichnete auf dem Deutschen Kirchentag im Mai alle Deutschen als Nazis.

Das haben geglaubt:

  • 11 Prozent (aller Befragten)
  • 25 Prozent (der AfD-Wähler)
  • 5 Prozent (der B90-Grüne-Wähler)
Weiße Anführungszeichen
Flüchtlinge aus Baden-Württemberg machen mehrmals Urlaub in ihren Heimatländern.

Das haben geglaubt:

  • 29 Prozent (aller Befragten)
  • 43 Prozent (der AfD-Wähler)
  • 19 Prozent (der B90-Grüne-Wähler)
Was lernen wir daraus?

1

Zahlreiche Medien haben berichtet, dass es bei weitem nicht so viele Fake News gab, wie vor dem Wahlkampf befürchtet. Die Wahrnehmung der deutschen Bürger ist aber eine andere.

  • So gaben 61 Prozent aller Befragten an, dass sie den Eindruck haben, dass im Wahlkampf viele Medien Fake News verbreitet haben.
  • 30 Prozent gehen davon aus, dass diese auch einen großen Einfluss auf den Wahlkampf hatten, darunter sind besonders medienkritische und junge Leute.

2

Fake News funktionieren über das sogenannte "Pippi-Langstrumpf-Prinzip": Geglaubt wird, was ins Weltbild passt. Gern wird dabei die Realität verzerrt. "Wahrnehmung, Wissen und Einstellung verschmelzen", so die Studie. Sogenannte Echokammern oder Filterblasen verstärken diesen Effekt. Heißt: Zum Beispiel bei Facebook werden uns oft nur noch Beiträge von Medien angezeigt, deren Meinung oder Haltung wir teilen. So werden wir in unserer Meinung zusätzlich bestärkt.

3

Für die etablierten Medien ist es schwierig, den Falschmeldungen etwas entgegenzusetzen. Parteien wie die AfD kommunizieren auf Facebook direkt mit ihren Wählern – und versuchen so traditionelle Medien zu umgehen. Ähnlich wie Donald Trump, der Twitter aus ähnlichen Gründen nutzt.

Oft werde hier alles, was nicht ins Weltbild passe, passend gemacht. Bezeichnet hierfür sei ein Zitat des Pressesprechers der AfD: "Wenn die Message stimmt, ist uns eigentlich egal, woher das ganze kommt oder wie es erstellt wurde." (Faktenfinder)

Leider habe sich die Strategie der AfD bewährt, sagt Sängerlaub. Die etablierten Medien werden als Lügenpresse diskreditiert. Deshalb seien AfD-Wähler auch besonders anfällig für Fake News. Und irgendwann, so Sängerlaub, könnte man dann das Gefühl entwickeln, dass Deutschland tagtäglich am Abgrund stehe.

Wie Donald Trump den Begriff "Fake News" instrumentalisiert:


Future

Viele Deutsche finden ihre besten Freunde bei der Arbeit
Die besten Berufsfreundschaften schließt die Generation U30.

Es gibt Freundschaften, die halten seit Kindertagen. Es gibt auch Freundschaften, die überdauern jede Uni-Party. Und dann gibt es Freundschaften, die sind härter als alles andere: nämlich die, die man im Büro schließt.

Die Hälfte aller Deutschen hat im Büro feste Freundschaften geschlossen, jeder Zehnte sogar einen "Arbeitsehepartner" gefunden.

Das sagt zumindest eine aktuelle Forsa-Umfrage, die das Karriere-Netzwerk Xing durchführen ließ. Für die Studie wurden im August 1000 Arbeitnehmer in ganz Deutschland befragt.