Was für eine News: In der Silvesternacht soll ein Mob von 1000 Mann die Polizei in Dortmund angegriffen und Deutschlands älteste Kirche angezündet haben. Das schreibt die rechtspopulistische Website "Breitbart". Deren früherer Chef, Stephen Bannon, hat Donald Trump im Wahlkampf geholfen und wird nun Chefstratege im Weißen Haus.

Die angebliche Enthüllung aus Dortmund ist ein Fake.

"Breitbart" hat das getan, wofür die Seite berüchtigt ist: Fakten verdreht, eine reißerische Geschichte erfunden, Stimmung gemacht.

Ausgang der verdrehten Story ist ein Bericht der "RuhrNachrichten": Rund 1000 Menschen hatten sich in der Nacht in der Dortmunder Innenstadt versammelt, "überwiegend junge ausländische Männer". Böller und Raketen seien in die Menge und auf Polizei geworfen worden.

Eine Rakete traf ein Netz an einem Bauzaun der Reinoldikirche. Die Feuerwehr rückte an, zwölf Minuten später war der kleine Einsatz beendet. Die Polizei sieht keine Anhaltspunkte für einen absichtlichen Beschuss der Kirche. Überhaupt stufen die Beamten die Silvesternacht mit mehr als 180 Einsätzen als "eher durchschnittlich bis ruhig" für Dortmunder Verhältnisse ein.

Eine österreichische Website namens "Wochenblick" und "Breitbart" nutzen die Vorfälle aus der Silvesternacht allerdings für Stimmungsmache.

Was genau ist nun Fake?
  1. Die Kirche hat nicht gebrannt.
  2. Mehrere Syrer, die eine Flagge der freien syrischen Armee zeigen und den Waffenstillstand in ihrer Heimat feiern, werden bei Breitbart zu Anhängern von al-Qaida und des Islamischen Staates gemacht. Das Stimmt nicht.
  3. Einige Menschen sollen "Allahu Akbar" gerufen haben – eine Redewendung, die bei Muslimen noch geläufiger ist als das "Amen" in den Kirchen der Christen. Beim österreichischen "Wochenblick" wird daraus ein "Schlachtruf von Islam-Terroristen".

Warum die Aufregung?

Die Website "Breitbart" will angeblich nach Deutschland kommen und könnte versuchen, sich mit Fake-News in den Wahlkampf einzumischen. Schon jetzt gibt es eine ganze Reihe von Websites, die Nachrichten geschickt verdrehen. Neben rechtspopulistischen Seiten zählt auch der von Russland finanzierte Sender RT Deutsch dazu.

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Die Fake-News haben durchaus das Zeug dazu, die öffentliche Debatte zu beeinflussen: Solche emotional aufgeladenen News verbreiten sich schnell in sozialen Netzwerken. Sie werden meist häufiger geteilt als anschließende Korrekturen oder Richtigstellungen von anderen Medien.

Auf die angebliche Dortmund-Enthüllung ist auch ein Bundestagsabgeordneter oder einer seiner Mitarbeiter hereingefallen: Thorsten Hoffmann (CDU) gab eine Pressemitteilung heraus und sprach darin vom "Beschuss" der Kirche. Aus diesen Gründen können wir solche Fake-News nicht einfach ignorieren.


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Meerjungfrauen schwimmen in Plastik? Furchtbar schön!
Meerjungfrauen hassen Plastik

"Wie schön", das ist wohl der erste Gedanke, wenn wir die Bilder des kanadischen Fotografen Benjamin Von Wong anschauen. Aber Moment, was ist das eigentlich genau? Die hübsche Frau mit Fischflosse schwimmt in einem bunten Strudel aus... Plastikflaschen. Warum?

Eine auf Plastikflaschen gestrandete Meerjungfrau – ein Bild, das hängen bleibt. Und genau das möchte der Fotograf mit seinem Projekt #MermaidsHatePlastic erreichen: Mehr Aufmerksamkeit für ein sehr wichtiges Thema, das uns alle betrifft – die Verschmutzung unserer Meere durch Plastikabfall.

So schön sehen die Meerjungfrauen-Fotos aus: