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Kennst du die Situation? Kurz vor Ladenschluss noch einmal in den Supermarkt springen, frische Milch fürs Müsli einkaufen? Und dann greifst du statt zur Kuhmilch zur Sojamilch. Der Fehler fällt dann aber natürlich nicht an der Kasse auf, sondern erst wenn der Grill schon heiß ist. 

So oder so ähnlich muss sich das der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg vorstellen. Der hat nämlich am Mittwoch entschieden, dass rein pflanzliche Produkte nicht mehr unter Bezeichnungen wie Milch oder Käse verkauft werden dürfen – auch wenn Soja oder Tofu davor steht. Sojamilch, Tofubutter und Pflanzenkäse sind damit also bald Vergangenheit. 

Das Argument der Richter: Eine Verwechslungsgefahr kann für die Einkäufer nicht ausgeschlossen werden. (SWR)

Die Bezeichnung Milch sei laut europäischem Recht allein Produkten vorbehalten, die aus der "normalen Eutersekretion" von Tieren gewonnen werden. Das gelte auch für die Begriffe Rahm, Sahne, Butter, Käse oder Joghurt.

Wie kam es zu dem Verfahren?

Das Unternehmen Tofutown vertreibt vegane Produkte unter den Namen Veggie-Cheese oder Cream – sagt aber immer dazu, dass es sich um pflanzliche Produkte handelt. Wettbewerber hatten trotzdem dagegen geklagt, jetzt landete der Fall vor dem EuGH.

Wie sieht es mit Fleisch-Bezeichnungen aus?

Für Hersteller veganer oder vegetarischer Fleisch- oder Fischalternativ-Produkte gibt es bislang keine vergleichbaren Auflagen. (Süddeutsche Zeitung)

Was meinst du?

Ist die Entscheidung der Richter sinnvoll? Ist es wichtig, dass fleischessende Käufer nicht verwirrt werden? Schadet die neue Regelung nun den Unternehmen, die vegane Produkte herstellen? Weil sie nun umständliche Begriffe wie Tofu-Streichpaste für Brötchen finden müssen?


Gerechtigkeit

Rechtsextreme wollen Rettungsboote stoppen – jetzt werden sie gestoppt

Mehr als 1800 Flüchtlinge sind seit Anfang 2017 im Mittelmeer ertrunken (IOM). Die Zahl ist schmerzhaft hoch – ohne die Arbeit freiwilliger Retter wäre sie noch höher. Gruppen wie "Sea-Watch" und "Jugend rettet" kreuzen mit eigenen Booten das Mittelmeer und retten Flüchtlinge, die in Seenot geraten. (bento)

Eine kleine Gruppe von Rechtsextremen will nun die Lebensretter an ihrer Arbeit hindern: Die sogenannten "Identitären" haben in den vergangenen Wochen Geld gesammelt, um selbst mit einem Boot auf dem Mittelmeer unterwegs zu sein. Sie wollen die Rettungsarbeiten behindern. Klarer ausgedrückt: Um Menschen ertrinken zu lassen.

Mehr als 63.000 Euro haben die Rechtsextremisten für ihr menschenverachtendes Projekt gesammelt. Jetzt wurden die Gelder eingefroren.