Bild: bento

Eines der größten Probleme unserer Zeit wurde gelöst: Bislang gab es das Eszett, besser bekannt als das "scharfe S", nur in klein. Doch das wird sich ändern. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat bereits Ende Juni beschlossen, dass es das Eszett offiziell als Großbuchstaben geben wird. (Mitteilung Rechtschreibrat)

Das Doppel-S als Alternative hat ausgedient. Juhu. 

(Bild: Giphy )
Wie das aussehen soll? 

Wie eine Mischung aus dem klein geschriebenen "ß" und einem voluminösen B. Der Rat hatte sich dazu entschieden, weil er einen generellen Trend zur Schreibweise in Großbuchstaben sieht.

Konkret:

(Bild: Stephan Jansen/dpa)

Wo bekommt das große Eszett auf der Tastatur seinen Platz? Muss ein anderes Zeichen weichen?

Ein Anruf beim Deutschen Institut für Normung (DIN), das für solche Entscheidungen zuständig ist: 

Ans Telefon geht Pressesprecher Oliver Boergen. Also.

Wer entscheidet über die Platzierung des großen "ß" auf der Tastatur?

Oliver Boergen: "Derzeit wird über das große ß in zwei sogenannten Normausschüssen beraten, dem Normenausschuss Ergonomie und dem für Informationstechnik und Anwendungen. Mit dabei: Verbraucher, Arbeitsschutzexperten, Hersteller, Wissenschaftler und noch viele Experten mehr. Insgesamt sind es rund 20. Es ist ein großer Kreis, weil die Tastatur natürlich etwas ist, das für viele Menschen relevant ist. Die Norm, die die Tastaturbelegung festlegt, ist übrigens DIN 2137."

Und wohin kommt es nun?

"So viel kann ich schon sagen: Es ist nicht geplant, eine Tastaturbelegung zu entfernen oder zu ersetzen. Es gab Spekulationen, dass das Zeichen für Grad ° für das große ß weichen muss. Das ist derzeit nicht der Plan. Wahrscheinlich wird es ähnlich funktionieren wie bei dem @ oder dem € , also indem man Alt Gr und einen Buchstaben drückt. Das @ steht beim Q, das € beim E. Beim Apple findet man das @ auf dem L."

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Nach welchen Kriterien wird das festgelegt?

"Es gibt verschiedene Interessensgruppen. Den einen ist wichtig, dass das große ß für alle gut erreichbar ist, die das Zehnfingersystem beherrschen. Die Experten aus der Informationstechnik denken vor allem an technische Details. Unsere Aufgabe als Deutsches Institut für Normung ist es, für einen Konsens zu sorgen."

Wann können wir mit einem Ergebnis rechnen?

"Im Oktober wird über einen Vorschlag abgestimmt. Angenommen, der wird von allen für gut befunden, wird er auf unserem Normenentwurfsportal veröffentlicht. Das befindet sich auf unserer DIN-Webseite. Hier kann dann jeder öffentlich kommentieren, was seine oder ihre jeweiligen Bedenken sind. Zwei Monate sind dafür Zeit. 

Ich tippe also, dass frühestens im Januar eine Entscheidung feststeht. Übrigens: Unsere DIN-Norm für die Tastaturbelegung ist eine Empfehlung, aber nicht verbindlich. Theoretisch können Tastaturen aussehen, wie sie wollen."

Auch wenn die DIN-Norm nicht verbindlich ist, halten sich viele dran. Warum?

Wenn der Industrieroboter die Sprache seines Gegenübers versteht, wenn neue Türen und Fenster in vorhandene Rahmen passen, oder Designer bei Kinderbekleidung darauf achten, dass Kordeln nicht zu tragischen Unfällen führen können – fast immer ist dies einer Norm zu verdanken. 

So ist es auch bei der Tastatur: Stellen Sie sich mal vor, jedes Mal wäre das Alphabet anders sortiert. Kleinigkeiten weichen natürlich häufiger ab, siehe das @-Zeichen. 

Zwar ist es freiwillig, eine Norm anzuwenden, doch oft Usus, weil es gewichtige Vorteile mit sich bringt: beispielsweise effizientere Prozesse, bessere und sicherere Produkte.

Und jetzt zu dir: Wie sieht es mit deinen Rechtschreibfähigkeiten aus? Mach unser Quiz:

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