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Klären wir das – ein für alle Mal!

Als Kinder lernen die meisten: Nase hochziehen gehört sich nicht. Wer schnupft und schnieft, sollte sie schnäuzen. Also pusten wir bei jeder Erkältung pflichtbewusst ins Taschentuch, scheuern dabei unsere Nasenflügen wund und hoffen, bald wieder normal atmen zu können.

Bis jemand sagt: Das ist doch gefährlich! Gerade in der Erkältungszeit macht diese Gegenthese häufig die Runde: Dass wir uns beim Schnäuzen schaden können. Was ist dran?

Wir haben nachgefragt: bei Dr. Michael Deeg, HNO-Arzt und Vorstandsmitglied des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte. 

Es gibt ja Menschen, die sagen, es sei besser, den Schleim einfach hochzuziehen – wie in anderen Ländern durchaus  üblich.

"Darüber gibt es eine kontroverse Diskussion", sagt Deeg. Es sei zwar nicht direkt gefährlich, die Nase hochzuziehen, aber "letztendlich ist es besser, das Sekret aus der Nase zu entfernen. Wer wirklich einen Infekt mit eitrigem, zähen Schleim hat, findet es wahrscheinlich unangenehm und eklig, alles hochzuziehen und vielleicht zu verschlucken." Zwar bekämpfe die Magensäure den Schleim effektiv, aber die Vorstellung sei trotzdem nicht schön. "Es ist in diesem Fall einfach besser, wenn man das bakterielle Sekret aus dem Körper hinausbefördert."  

Kann man beim Naseputzen was falsch machen?

Vermutlich machen sich nur wenige Menschen Gedanken darüber, wenden aber intuitiv die richtige Technik an: "Es empfiehlt sich, beiden Seiten der Nase getrennt auszuschnäuzen", erklärt Deeg. "Man sollte ein Nasenloch zu halten und aus dem anderen den Schleim herauspusten." Der erhöhte Druck, der beim Schnäuzen beider Nasenlöcher entsteht, könnte sonst bakterielles Sekret in die Nebenhöhlen pressen – und diese sich entzünden.

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Das ist also schon ein erstes Risiko. Was kann beim Naseputzen noch passieren?

"Man sollte sich die anatomischen Zusammenhänge klarmachen", so Deeg. "Wir halten die Nase ein Stück zu und pressen gegen den Widerstand. Dadurch erzeugen wir Druck im Nasen-Rachenraum. Wird der zu hoch, kann die Luft ins Mittelohr drücken." Das Gefühl kennen viele vom Tauchen oder aus dem Flugzeug. "Bei gesunden Menschen mit kräftigem Trommelfell passiert dabei nichts", sagt Deeg. "Hat allerdings jemand ein Trommelfell mit ganz dünner Narbe, dann kann es im schlimmsten Fall auch platzen."

Was ist mit Nasenspray? Man hört, das sei auf Dauer ungesund oder mache sogar süchtig…

Hier sieht der HNO-Fachmann tatsächlich ein Risiko: "Man sollte Nasenspray auf keinen Fall länger als eine Woche anwenden", sagt Deeg. "Sonst trocknet die Nase auf Dauer aus. Das kann zu Nasenbluten führen." Wenn wir uns an das Spray gewöhnen und plötzlich aufhören, haben wir außerdem das Gefühl, die Nase sei verstopft. "Es handelt sich um eine reaktive Schwellung durch das Absetzen des Sprays, die auch wieder nachlässt. Trotzdem greifen viele Betroffene dann wieder zu Nasenspray, um die Nase zu befreien." Ein Teufelskreis.

Wer langfristig jeden Tag Spray benutzt, der riskiere, dass die Schleimhaut beschädigt wird. Dann kann kein Sekret mehr aus der Nase ablaufen. Das, so Deeg, sei schlimmer als Naselaufen, weil der Schleim in der Nase bleibt. Der Arzt rät übrigens, nur Kinder-Nasenspray zu verwenden: "Die niedrigere Dosierung reicht im Normalfall völlig aus, um die Nase freizubekommen. Es dauert vielleicht ein paar Minuten länger – aber das Risiko der Austrocknung ist deutlich geringer."

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Sind Nasenspülungen gut – oder müssen wir auch hier vorsichtig sein?

"Nasenspülungen sind die Methode schlechthin, um eine trockene Nase zu pflegen und zu regenerieren." Aber: Wer einen akuten Infekt hat, sollte darauf verzichten. Ist die Nase voll mit eitrigem Sekret, könnte es in die Nebenhöhlen und das Mittelohr gespült werden." Wer einfach eine trockene Nase hat, der kann seine Nasenschleimhaut mit einer Spülung durchbluten – und damit Rissen und Nasenbluten vorbeugen.

Was können wir noch tun, um unserer geplagten Nase bei Schnupfen etwas Gutes zu tun?

Die Nase ist rot, die Haut wird trocken und rissig, irgendwann tut alles weh. "Es hilft, die Naseneingänge mit Fettcreme zu pflegen", sagt Deeg. Auch eine weiche Nasensalbe im Innern tue gut. Von besonderen Taschentüchern mit Balsam- oder Mentholeffekt hält der Arzt nichts: "Menthol reizt die Schleimhaut in so einer Situation eher. Eigentlich reicht ein normales Zellstofftaschentuch, danach können wir die Nase zur Pflege noch etwas eincremen."

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