Bild: Christophe Petit Tesson/Pool EPA/AP/dpa
Zwei Fragen, ein Video, zwei Antworten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte sich beim "Tag des offenen Denkmals" im Garten des Élysée-Palasts wahrscheinlich eigentlich ganz volksnah zeigen – das hat nicht so richtig geklappt. Als ein arbeitsloser Gärtner den Präsidenten fragte, warum er mit 25 Jahren keinen Job finde, gibt Macron Ratschläge, die in Frankreich eine Debatte auslösten.

Was ist passiert?

Emmanuel Macron war am Sonntag beim "Tag des offenen Denkmals" im Garten des Élysée-Palasts. Eine Veranstaltung, bei der auch Bürger ganz nah an den Präsidenten heran kommen können. 

Ein 25-jähriger arbeitsloser Gärtner nutzte die Gelegenheit und sprach Macron auf seine Probleme an, einen Job zu finden

Macrons Antwort: Er sagte zunächst, er könne sich nicht um jeden persönlich kümmern, wandte sich dann aber doch mit ein paar Sätzen an den Gärtner.

"Gehen Sie ins (Pariser Stadtviertel) Montparnasse, schauen Sie sich die Straßen an mit all den Cafés und Restaurants. Ich bin wirklich sicher, dass ein von zwei Lokale derzeit einstellen", sagte der französische Präsident laut einer Videoaufnahme des Nachrichtensenders Franceinfo. "Hotels, Cafés, Restaurants - ich brauche nur über die Straße zu gehen, ich finde etwas (zum Arbeiten) für Sie." 

Bääm.

Hier kannst du das Gespräch zwischen Emmanuel Macron und dem arbeitslosen Gärtner im Video sehen:

Wie sind die Reaktionen auf die Worte von Macron zu dem Gärtner?

Macrons Antwort wird in den sozialen Medien jetzt als wenig empathisch und ignorant kritisiert (Welt).

Auch die französische Presse stieg in die Debatte ein. Der kommunistische Politiker Ian Brossat aus Paris warf dem Staatschef vor, Schuldgefühle zu wecken: "Arbeitssuchenden die Schuld dafür zu geben, dass sie keine finden – das ist unerträglich." (SPIEGEL ONLINE)

Unterstützung für den Präsidenten kam vom Chef seiner Partei La République En Marche, Christophe Castaner: "Ziehen Sie Phrasendrescherei vor?", fragte der Macron-Vertraute beim TV-Sender RTL. "Ich bevorzuge einen Präsidenten, der die Wahrheit sagt."

Die Zustimmungswerte Macrons sind am Wochenende das erste Mal in seiner Amtszeit unter 20% gerutscht. (Axios

Das hatte aber wahrscheinlich weniger mit dem Gärtner zu tun, sondern mit seinen umstrittenen Arbeitsmarktreformen – und damit, dass einer seiner Bodyguards vor Kurzem als Polizist verkleidet auf Demonstrierende einschlug. (bento)

Mit Material von dpa.


Gerechtigkeit

Das Basketball-Nationalteam schafft, was dem DFB bis heute nicht gelingt: Ein klares Statement gegen Rassimus
So sieht das Video aus.

Schwarzer Hintergrund, schnelle Schnitte. Nur wenige Augenblicke schauen die Spieler der deutschen Basketball-Nationalmannschaft einzeln in die Kamera. Sie sagen ihre Namen, Robin Benzing, Dennis Schröder und so weiter. Danach sagt jeder einzelne: "Deutschland". Am Ende des kurzen Clips sieht man die Mannschaft gemeinsam in einer Basektball-Halle, sie tragen T-Shirts, auf denen steht: "Wir sind mehr". 

Mit dem Video wolle die Mannschaft ein Zeichen gegen Rassismus und für Toleranz setzen, schreibt der Deutsche Basketball-Bund bei Facebook. Es ist kein schnell hingeschriebener Text-Post, sondern ein aufwendig produziertes Video, mit dem die Mannschaft zeigen will: Wir sind gegen Rechts, gegen Hetze und Gewalt.