Bild: Getty Images/Kevin Winter
Der Rapper nutzt einen Auftritt für einen NRA-Diss.

Eigentlich sollte Eminem bei den diesjährigen iHeartRadio Music Awards nur seinen Song "Nowhere Fast" performen. Wer den Rapper kennt, weiß, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Und das tat er auch diesmal nicht:

Eminem betrat die Bühne und rappte eine leicht veränderte Strophe, in der er die amerikanische Waffenlobby attackiert.

"This whole country is going nuts / And the NRA is in our way / They’re responsible for this whole production / They hold the strings, they control the puppet."

Eminems Message: Die NRA ziehe im Hintergrund die Fäden, die Waffenlobby sei verantwortlich für die Situation.

Die Zeilen sind natürlich eine Anspielung auf das Parkland-Massaker.

In der Stadt im US-Bundesstaat Florida hatte der 19-jährige Nikolas Cruz an seiner ehemaligen Schule 14 Schüler und drei Erwachsene erschossen.

Trauer in Parkland – die Bilder

1/12

Seitdem wird die National Rifle Association (NRA) stark kritisiert. Die überlebenden Schüler stehen an der Spitze der Kampagne. Sie setzen sich für striktere Waffengesetze ein und kämpfen gegen den enormen Einfluss der Waffenlobby. (bento)

An den landesweiten Protesten beteiligen sich auch viele prominente Persönlichkeiten, Schauspieler und Musiker. So rappte Common beispielsweise bei den Oscars gegen die NRA. (jetzt.de)

Besonders deutlich werden aber vor allem die Überlebenden des Amoklaufs.

Einer der Anführer der Schüler, David Hogg, sagte dem Magazin "The Outline":

"Was für kranke Wichser sind das, die einfach weitermachen, immer mehr Kinder umbringen und ehrlich gesagt einfach wiedergewählt werden wollen? Was für ein beschissener Mensch tut so etwas? Sie könnten das Blut von Kindern über ihren Gesichtern verteilt haben und würden immer noch nicht handeln, weil sie alle Dollar-Zeichen sehen."

Proteste in Parkland – die Bilder

1/12

Mit ihrer Kampagne sind die Teenager erfolgreicher als viele Anti-Waffen-Aktivisten der vergangenen Jahre.

Fast alle amerikanischen Medien haben das Thema aufgegriffen, selbst der Präsident musste sich äußern.

Allerdings ist Donald Trump mittlerweile von seinem Vorschlag abgerückt, das Mindestalter für bestimmte Waffen von 18 auf 21 Jahre zu erhöhen. Stattdessen will Trump nun lieber eine Kommission einsetzen. Sie soll prüfen, ob Programme zur Schulsicherheit und andere Maßnahmen auf Bundesebene sinnvoll wären (Zeit Online).

Außerdem unterstützt Trump nun einen Plan, der es den Bundesstaaten erleichtert, Menschen Waffen abzunehmen, die für sich oder andere eine Gefahr sind. (Politico)

Genau dieses Verhalten ist es, das Eminem und die Parkland-Schüler immer wieder kritisieren: Wenn es ernst wird, knicken die US-Politiker ein.

Die Antwort der Parkland-Schüler twitterte Cameron Kasky: "Die Menschen in diesem Land werden sich nicht mit weniger zufrieden geben. Wir werden es nicht erlauben, dass Politiker sich hinter so erbärmlichen Dingen verstecken."


Today

Rechtsradikaler Österreicher darf nicht nach Großbritannien einreisen

Der Posterboy der rechtsradikalen Identitären, Martin Sellner, wurde bei der versuchten Einreise nach Großbritannien am Freitag festgenommen. Am Sonntag ging es für ihn mit dem geplanten Rückflug zurück in seine Heimat nach Österreich. 

Ursprünglich hatte Sellner geplant, mit britischen Rechtsextremen in London öffentlich aufzutreten. Aber statt am Speakers' Corner, einem zentralen Versammlungsplatz im Londoner Hyde Park, fand sich Sellner in einer Abschiebeeinrichtung am Flughafen London-Luton wieder. 

Offenbar hatten die Behörden keine Lust auf einen Auftritt Sellners. Eine Erklärung seitens der britischen Behörden gibt es bisher nicht, sie soll schriftlich nachgereicht werden. (kurier.at)