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"Du solltest sie ficken, damit sie realisiert, dass sie lesbisch ist."

Mit diesem Zitat leitet die Schauspielerin Ellen Page einen Text ein, den sie vor wenigen Stunden auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht hat. Darin beschreibt sie detailliert Situationen am Set, in denen sie sich in den vergangenen Jahren mit Sexismus und sexueller Belästigung konfrontiert sah – und sie erwähnt dabei die Namen einflussreicher Hollywood-Regisseure.

Es geht vor allem um diesen Mann, Brett Ratner:
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Bei Arbeiten zu "X-Men: The Last Stand" habe er einer Kollegin von Page empfohlen, mit ihr zu schlafen, damit sie ihre Homosexualität realisiere.

Page war zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt und hatte sich öffentlich noch nicht geoutet: "Ich wusste zwar schon, dass ich lesbisch bin, hatte aber noch nicht darüber gesprochen", schreibt sie in ihrem Text. "Ich fühlte mich missbraucht. Ich sah herunter und wusste nicht, was ich sagen sollte." 

Ratner habe die Dreharbeiten zum Film auf entsetzliche Weise gestaltet, schreibt Page. Einmal habe er sie gezwungen, ein T-Shirt mit der Aufschrift "Team Ratner" zu tragen, obwohl sie mehrfach gesagt habe, dass sie das nicht wollte. 

"Und ich bekam immer wieder mit, wie er Frauen am Set degradierte", schreibt Page weiter, einmal habe Ratner abfällig über die Vagina einer Kollegin gesprochen. 

Ich fühlte mich missbraucht
Ellen Page

In den Folgejahren habe Page das Verhalten Ratners nicht vergessen können. Er habe ihr beigebracht, was Homophobie bedeute und wie sehr sie schmerze. 

Dann holt die preisgekrönte Darstellerin noch weiter aus: Nicht nur Ratner, auch die Regisseure Harvey Weinstein, Bill Cosby und Woody Allen müssten für ihr Verhalten zur Rechenschaft gezogen werden.

"Einen Film mit Woody Allen zu machen, war der größte Fehler meiner Karriere. Ich schäme mich dafür, das getan zu haben", schreibt Page. 

"Ich war noch zu jung, um mich zu wehren und stand unter Druck, denn wer lehnt schon eine Zusammenarbeit mit Woody Allen ab?"

Page geht nicht näher auf ihre Arbeit mit Allen ein, doch es ist nicht das erste Mal, dass er sich mit solchen Anschuldigungen auseinandersetzen muss. Seine Adoptivtochter warf ihm in der Vergangenheit mehrfach vor, sie missbraucht zu haben – Allen weist das bis heute von sich (SPIEGEL ONLINE).  

Ellen Page fordert in ihrem Text: "Ich will, dass all diese Männer sich hinsetzen, ohne ihre Anwälte, ohne ihre Millionen, Autos, ohne ihre Häuser – und nachdenken. Ich will, dass diese Männer keine Macht mehr haben."

Es müsse aufhören, dass Frauen still seien, während ihre Peiniger herumschrien, lügten und am Ende auch noch profitierten. Wer davon berichte, was ihm geschehen sei, der handele revolutionär

Wer lehnt schon eine Zusammenarbeit mit Woody Allen ab?
Ellen Page

Mit ihrem persönlichen Text macht sich die Kanadierin Page zum Teil einer Bewegung, die seit einigen Wochen unter #metoo dafür kämpft, sexuelle Belästigung öffentlich zu machen.

Entstanden ist die Bewegung durch den Skandal um Harvey Weinstein. Jahrzehntelang soll er seine Position als mächtiger Mann im Filmbusiness ausgenutzt haben, um Frauen zu belästigen und zu missbrauchen.

Zuallererst forderte die Schauspielerin Alyssa Milano Betroffene auf, unter dem Hashtag von sexuellen Übergriffen zu berichten. 

Seither kommen täglich neue Erfahrungsberichte von Menschen hinzu – und es geht längst nicht mehr nur um Vorfälle in Hollywood. Vor Page hatte zuletzt Hope Solo, US-Nationalspielerin, dem ehemaligen Fifa-Chef Sepp Blatter sexuelle Belästigung vorgeworfen (bento).

Hier kannst du dir den ganzen Facebook-Post von Ellen Page ansehen:

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Dein Twittername darf jetzt auch länger sein

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Nachdem das Netzwerk jetzt bereits erlaubt, Tweets mit 280 statt 140 Zeichen abzusetzen, kommt jetzt auch der längere Account-Name. (Engadget)