Bild: Herbert Neubauer/APA/dpa
Das Gesetz ist nämlich typisch deutsch

Früher hattest du einen Tretroller. Heute vielleicht auch – aber dann auf jeden Fall mit E-Motor. Das ist nämlich gerade total angesagt, zumindest sieht man die Dinger gerade auf vielen Radwegen.

Aber dürfen die da überhaupt entlang rauschen? Nein, eigentlich nicht. E-Roller sind bislang nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Doch das Verkehrsministerium will das jetzt ändern.

Eine entsprechende "Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr" komme "Ende 2018 oder spätestens Anfang 2019", sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums.

Warum sind E-Roller bisher nicht erlaubt?

Motorfahrzeuge, die schneller als sechs Kilometer pro Stunde fahren, brauchen in Deutschland für öffentliche Straßen eine Betriebserlaubnis und eine Versicherung.

Was genau soll erlaubt werden?

  • In der Verordnung soll festgeschrieben werden, dass die Roller mit bis zu 20 Kilometer pro Stunde auf Fahrradwegen unterwegs sein dürfen.
  • Sollte es kein Fahrradweg geben, dürfen sie auch auf der Straße fahren, Gehwege sind tabu.
  • Außerdem müssen sie mit einer "Lenk- oder Haltestange", zwei voneinander unabhängigen Bremsen, Blinkern und "einer helltönenden Glocke" ausgestattet sein. Die Verordnung liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. 
  • Die kleinen Roller brauchen außerdem eine Versicherungsplakette, ähnlich wie Mofas und kleine Motorroller.

Klingt doch gut – was ist trotzdem schwierig an der Verordnung?

Kritiker finden, dass die Verordnung zu weit geht. Die Roller werden nämlich behandelt, wie ein Mofa. Somit muss der Fahrer mindestens 15 Jahre alt sein und einen Mofa-Führerschein besitzen.

Auch die technischen Anforderungen sind dem TÜV-Verband zu weitreichend.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Versicherungspflicht der Zweiräder. Durch eine Versicherung würden die Roller nämlich mit Kraftfahrzeugen gleichgestellt. Das würde bedeuten, dass zum Beispiel der Transport in Bussen und Bahnen verboten wäre. Doch viele Pendler nutzen die E-Roller eben für den Weg zur nächsten Bushaltestelle und dann wiederum zum Arbeitsplatz. 

"Eine Mitnahme in Bussen, S-Bahnen, Straßenbahnen und Zügen sollte grundsätzlich möglich sein", bentont der Verband. 

Für welche E-Fahrzeuge gilt die Verordnung nicht?

Weiterhin verboten bleiben sollen sogenannte "Hoverboards", also Skateboards mit Elektromotor. Bei den Boards gilt weiterhin eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde. Sollte ein Hoverboard schneller sein, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die 70 Euro kostet.

Mit Material von dpa


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