Bild: Getty Images/ Frazer Harrison

Klingt nach einem ziemlich guten Drehbuch: Am Freitag hatten Sicherheitskräfte Joaquin "El Chapo" Guzmán im Nordwesten Mexikos festgenommen. Im Juli vergangenen Jahres war er aus dem Hochsicherheitsgefängnis "El Altiplano" geflüchtet und danach sechs Monate lang der meistgesuchte Drogenboss der Welt. Jetzt stellt sich heraus: Der Schauspieler und Regisseur Sean Penn könnte zur Festnahme beigetragen haben.

(Bild: epa/Jose Mendez)

Denn Guzmán hatte Sean Penn ("Mystic River", "Milk" sowie Regisseur von "Into the Wild"), im Oktober ein Interview gegeben, zum ersten Mal seit Jahren. In der Nacht zum Sonntag veröffentlichte das Magazin "Rolling Stone" einen Erfahrungsbericht von Penn. Darin schreibt Penn, der Anwalt von Guzmán habe Kate Del Castillo kontaktiert, eine mexikanische Schauspielerin. Denn Guzmán plante, wovon viele große Männer träumen: Er wollte sein Leben verfilmen lassen. Penn wiederum habe Del Castillo vorgeschlagen, einen Artikel über Guzmán zu schreiben, daraufhin habe sie den Kontakt hergestellt.

In dem Gespräch mit Penn sagte der Drogenboss unter anderem:

“Well, it’s a reality that drugs destroy. Unfortunately, as I said, where I grew up there was no other way and there still isn’t a way to survive." Und: "I supply more heroin, methamphetamine, cocaine and marijuana than anybody else in the world. I have a fleet of submarines, airplanes, trucks and boats."

Freitagnacht hatte Generalstaatsanwältin Arely Gómez bereits gesagt, der geplante Film habe geholfen, die Spur zu Gurmán wieder aufzunehmen. Jetzt sagten mexikanische Behörden, das Treffen zwischen Drogenboss und Hollywoodstar habe letztlich zur Festnahme geführt, das berichten unter anderem die Nachrichtenagentur AFP sowie das Magazin "Fusion". Zudem schreibt Penn in seinem Artikel: "Ich habe einen glaubwürdigen Hinweis erhalten, dass die (US-Antidrogenbehörde) DEA von unserer Reise nach Mexiko wusste."

(Bild: epa/Mario Guzman ​)

Guzmán war am 11. Juli 2015 bereits zum zweiten Mal aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen. Über Monate hinweg und mit Unterstützung vieler Gefängnismitarbeiter hatte er einen 1500 Meter langen Tunnel graben lassen, durch den er schließlich floh. Dorthin ist er jetzt zurückkehrt. Ihm droht jetzt die Auslieferung in die USA, wo mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen.

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