Stell dir folgendes vor: Du bist seit deinem ersten Lebensjahr in der Schweiz aufgewachsen, sprichst sowohl Französisch als auch Deutsch fließend und hast über Jahre in einem Finanzunternehmen gearbeitet. Mit 43 entscheidest du dich einen Antrag auf Einbürgerung zu stellen, da du auch auf dem Papier die Staatsbürgerschaft deiner Heimat annehmen möchtest – und wirst schließlich abgelehnt, weil du nicht weißt, aus welcher Region Raclette kommt. (20 Minuten/ Blick)

Genau so erging es David Lewis. Der 43-jährige Brite wurde in London geboren, siedelte aber noch vor seinem ersten Geburtstag mit seinen Eltern in die Schweiz über und verbrachte den Großteil seines Lebens in Château-d'Œx und der Gemeinde Freienbach. Mitte März bekam er von der Schweizer Einbürgerungskommission den Bescheid, das sein Einbürgerungsgesuch trotz aller formal erfüllten Voraussetzungen abgelehnt wurde.

Aber wer nicht weiß, wo das Raclette herkommt, wird kein Schweizer:

Die zuständige Einbürgerungskommission attestiert David Lewis "ungenügende Kenntnis über die schweizerischen Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuche". Außerdem sei er weder mit dem Milizsystem vertraut, noch konnte er die Anzahl der Gemeinde-, Kantons- und Nationalräte nennen. Des Weiteren wusste er bei einer mündlichen Anhörung nicht, dass Raclette aus dem Kanton Wallis stammt. Dass er sich privat für das Dorfleben in Ferienbach engagiert und in Zürich kürzlich sein erstes Kaffee-Geschäft eröffnete, schien die Behörde nicht zu beeindrucken. 

Aber Lewis gibt nicht auf.

Trotz der Ablehnung durch die Einbürgerungskommission und der Verfahrenskosten von 2700 Schweizer Franken (2.479,64 €) die Lewis selbst tragen muss, gibt der Noch-Brite nicht auf und bereitet sein nächstes Einbürgerungsgesuch schon vor.


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