Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Der Preiskampf geht weiter.

Was ist passiert?

Tiefkühlpizza von Wagner, Vittel-Wasser oder Kitkat – das alles sucht man in einigen Edeka-Filialen derzeit vergeblich. Grund dafür ist ein Streit zwischen der größten deutschen Supermarktkette und dem Lebensmittelgiganten Nestlé. Der europäische Handelsverbund Agecore, dem auch Edeka angehört, will mit dem Boykott so niedrigere Preise erzwingen. (bento)

Wie kam es zu dem Streit?

Angeblich soll Nestlé der Konkurrenz von Agecore und Edeka seine Produkte zu günstigeren Preisen anbieten. Der Handelsverbund fühlt sich deswegen benachteiligt und begann bereits im Februar damit, manche Nestlé-Artikel nicht mehr nachzubestellen.

Weil es offenbar noch zu keiner Einigung gekommen ist, erhöhte Agecore jetzt den Druck auf Nestlé und erweiterte die Liste der Produkte, die nicht mehr nachbestellt werden. Bisher waren 163 Artikel betroffen, die rund 20 Prozent des Umsatzes von Nestlé mit dem Handelsverbund ausmachen. In Zukunft sollen die boykottierten Produkte ein Drittel des Umsatzes ausmachen. (Handelsblatt

Der Konzern Nestlé

Nestlé ist das weltweit größte Unternehmen für Lebensmittel und Getränke mit Standorten in 191 Ländern. Zu dem Unternehmen gehören unter anderem Marken wie Nescafé, Nespresso, Nesquick, Mövenpick und Maggi. Nestlé Deutschland beschäftigt rund 10.500 Mitarbeiter. (Nestlé

Schon häufiger hagelte es Kritik für den Konzern, zum Beispiel für verunreinigte Babynahrung in den 80er Jahren, für die Müllberge, die Nespresso produziert und für den Umgang des Unternehmens mit seinem Wasser-Geschäft. Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Letmathe sprach in einem Interview davon, dass Wasser kein öffentliches Gut sei, sondern Wasser einen Marktwert habe. Eine Aussage, die für Empörung sorgte, schließlich ist Nestlé Marktführer für in Flaschen abgefülltes Trinkwasser. Das Unternehmen hatte auch in sehr trockenen Regionen Wasserrechte gekauft. (Stern)

Wie geht es jetzt weiter?

Nestlé macht allein in den Märkten von Agecore Schätzungen zufolge rund 10 Prozent seines Umsatzes in Europa. Deshalb wirken sich selbst kleinste Preisunterschiede erheblich auf die Gewinn des Konzerns aus, der im vergangenen Jahr um ein Sechstel auf 7,2 Milliarden Franken sank. (Manager Magazin)

Weder Nestlé als auch Edeka äußern sich öffentlich zu dem Preiskampf. Klar ist jedoch, dass der Boykott beide Seiten belastet: Markentreue Kunden wechseln möglicherweise zu anderen Supermarktketten, während Nestlé wichtige Marktanteile in ganz Europa verliert.


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